Mit Vitamin C Krebs vorbeugen?
Nicht nur das Sonnenvitamin D gilt als wahres Multitalent, sondern auch Vitamin C. Denn das Antioxidans schützt unter anderem vor Zellschäden und ist am Aufbau von Knochen, Bindegewebe und verschiedenen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Ob sich mit der Zufuhr von Vitamin C auch Krebs vorbeugen lässt, haben Forschende mithilfe eines Modells untersucht.
Vitamin C – Ascorbinsäure – gilt als essentieller Nährstoff und ist wärme-, licht- und oxidationsempfindlich. Das Vitamin kann vom menschlichen Körper nicht selbst gebildet, sondern muss zugeführt werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Frauen eine tägliche Aufnahme von 95 mg Vitamin C, bei Männern sind es 110 mg. Wird Vitamin C supplementiert, sollte laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine Höchstmenge von 250 mg pro Tagesdosis eines Produkts nicht überschritten werden.
Und dabei kann auch der Zeitpunkt der Aufnahme entscheidend sein. Wird das Vitamin regelmäßig zu/nach den Mahlzeiten aufgenommen, soll dies dazu beitragen, das Krebsrisiko zu verringern, wird in einer aktuellen Studie behauptet. Doch lässt sich mit Vitamin C wirklich Krebs vorbeugen?
Kann Vitamin C Krebs vorbeugen?
In einer mathematischen Modellstudie haben Forschende der University of Waterloo in Kanada überprüft, wie sich die regelmäßige Aufnahme von Vitamin C zu oder nach den Mahlzeiten auf das Krebsrisiko auswirkt. Hintergrund ist die erhöhte Gefahr von Krebserkrankungen, wenn Personen Lebensmittel zu sich nehmen, die mit Nitraten und Nitriten belastet sind. Diese werden im Körper durch Nitrosierung in krebserregende Substanzen umgewandelt. Die Forschenden wollten herausfinden, ob Ascorbinsäure hier gegensteuern kann. Dafür wurde eine Simulation chemischer Reaktionen im Verdauungssystem, genau in Speicheldrüsen, Magen, Dünndarm und Blutplasma, durchgeführt – jeweils mit und ohne die Zufuhr von Vitamin C aus natürlichen Quellen wie Spinat und Co. oder aus Nahrungsergänzungsmitteln.
Das Ergebnis: Unter der zusätzlichen Aufnahme konnte die Bildung potenziell schädlicher Verbindungen reduziert werden. Somit könnte Vitamin C tatsächlich zum Vorbeugen von Krebs dienen. „Das Modell bietet eine ‚mechanistische Roadmap‘ für zukünftige klinische Studien und Laboruntersuchungen, indem es die wichtigsten zusammenwirkenden Treiber dieser potenziell schädlichen chemischen Reaktionen identifiziert, darunter die Belastung durch Nitrite, die Aufnahme von Antioxidantien, den Zeitpunkt von Mahlzeiten, Magenbedingungen und die Aktivität des oralen Mikrobioms“, heißt es von den Autor:innen. Anhand des Modells könnten andere Forschende nun gezieltere Experimente und Interventionen rund um die Nitrosierung und deren Folgen entwickeln.
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