Hochdosiertes Vitamin D für mehr Intelligenz?
Bei der Versorgung mit Vitamin D kommt es auf das richtige Maß an, denn sowohl ein Mangel als auch eine Überversorgung können negative Folgen für die Gesundheit haben. Immer wieder wird daher über eine Supplementierung diskutiert – und zwar auch während der Schwangerschaft. Ob hochdosiertes Vitamin D für mehr Intelligenz beim Kind sorgen kann, zeigt eine Studie.
Vitamin D gilt als wahres Multitalent, das unter anderem den Calcium- und Phosphathaushalt im Körper reguliert, zur Gesundheit von Zähnen und Muskeln beiträgt und auch für gesunde Knochen wichtig ist. Eine ausreichende Versorgung ist daher essentiell, und zwar schon im Mutterleib. Demnach kann eine Einnahme des Sonnenvitamins während der Schwangerschaft nicht nur die Knochengesundheit beim Kind über Jahre stärken, sondern auch vor Asthma schützen. Und nun zeigt sich: Hochdosiertes Vitamin D könnte sich auch auf die Intelligenz des Nachwuchses auswirken.
Hochdosiertes Vitamin D in der Schwangerschaft = mehr Intelligenz beim Kind?
Bereits in verschiedenen Beobachtungsstudien wurde über einen möglichen positiven Zusammenhang zwischen hochdosiertem Vitamin D während der Schwangerschaft und der Intelligenz bei Kindern berichtet. Dies wurde nun genauer überprüft, und zwar anhand der Einnahme von hochdosiertem Vitamin D3 – 2.800 IE/Tag – und deren Einfluss auf die kognitiven Fähigkeiten. Dafür hat das Team des Herlev and Gentofte Hospital der Universität Kopenhagen (Dänemark) eine Nachauswertung der Daten aus der Copenhagen Prospective Study on Asthma in Childhood durchgeführt.
Knapp 500 Kinder aus der Studie absolvierten später im Alter von zehn Jahren verschiedene neuropsychologische Tests, bei denen insgesamt elf kognitive Funktionen überprüft wurden. Verglichen wurden die Testergebnisse von Kindern, die im Mutterleib zur Hochdosisgruppe gehörten, mit denen von Kindern, deren Mütter Vitamin D in niedriger Dosierung von 400 IE/Tag eingenommen hatten.
Vitamin D3 (Colecalciferol) gehört zu den wichtigsten Vertretern aus der Gruppe der fettlöslichen Calciferole. Das Vitamin unterstützt die Knochen in der Aufnahme von Calcium und Phosphat und sorgt somit für gesunde starke Knochen und wirkt einer Osteoporose entgegen. Denn Vitamin D3 hemmt die Bildung des Parathormons, das den Knochenabbau fördert.
Das Ergebnis
Hochdosiertes Vitamin D könnte womöglich die Intelligenz bei Kindern stärken. Demnach erzielten die entsprechenden Teilnehmer:innen beim verbalen und visuellen Gedächtnis sowie bei der kognitiven Flexibilität bessere Ergebnisse als Kinder mit einer niedrigen Vitamin D-Exposition im Mutterleib. Der Grund: Vitamin D kann Expert:innen zufolge in der fetalen Entwicklung nicht nur als Nährstoff, sondern auch als Hormon-ähnlicher Signalstoff wirken, der verschiedene Prozesse der Hirnentwicklung beeinflusst. „Diese Studie legt nahe, dass eine hochdosierte Vitamin-D3- Supplementierung während der Schwangerschaft mit einer verbesserten kognitiven Leistungsfähigkeit im Alter von zehn Jahren einhergehen kann“, lautet daher das Fazit.
Doch die Autor:innen geben auch zu bedenken, dass sich anhand der Vitamin D-Spiegel im Blut der Mütter keine signifikanten Unterschiede im Hinblick auf die kognitiven Fähigkeiten der Kinder beobachten ließen. So gab es kaum Differenzen bei Frauen mit Werten von mindestens 40 ng/ml und solchen mit niedrigeren Werten. Es braucht daher weitere Untersuchungen, um den Zusammenhang zwischen der Vitamin D-Versorgung und den kognitiven Fähigkeiten weiter zu untermauern.
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