Links vs. rechts: Armseite bei Blutdruckmessung entscheidend?
Rund um die Messung des Blutdrucks lauern einige Stolperfallen. Wie Forschende nun deutlich machen, sollten dabei vor allem beide Arme berücksichtigt werden. Denn Unterschiede bei der Blutdruckmessung zwischen links und rechts können mit Gefahren verbunden sein.
Für eine möglichst korrekte Blutdruckmessung ist unter anderem die Körperhaltung entscheidend, denn sie kann mitunter das Ergebnis beeinflussen, wie Forschende herausgefunden haben. Um eine mögliche Hypertonie und die damit verbundenen Risiken nicht zu übersehen, sollte die Blutdruckmessung zusätzlich zum Sitzen/Stehen immer auch im Liegen erfolgen, lautet daher der Appell. Hinzukommt die richtige Armposition. Empfohlen wird, den Arm gestützt auf einem Tisch zu platzieren.
Doch damit nicht genug. Wie sich nun zeigt, kann auch der gewählte Arm eine Rolle spielen. Denn mitunter weisen Patient:innen bei der Blutdruckmessung rechts und links deutlich unterschiedliche Werte auf. Je größer die Abweichung, desto gefährlicher kann es für Betroffene werden, warnen Forschende.
Links vs. rechts: Blutdruckmessung immer an beiden Armen
Demnach hat ein Team der Peking-Universität (China) herausgefunden, dass bei der Blutdruckmessung möglichst beide Arme berücksichtigt werden sollten. Denn bei einigen Patient:innen ergeben sich dabei Unterschiede, die wiederum auf ein erhöhtes Gesundheitsrisiko hindeuten können. Schon Abweichungen von 10 mmHg könnten dabei ein Anzeichen für eine höhere Sterblichkeit sein, heißt es.
Für die Untersuchung wurden mehr als 8.600 Personen ab 40 Jahren berücksichtigt, die keine Vorerkrankungen wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle hatten. In einem Zeitraum von zehn Jahren erfolgte bei ihnen regelmäßig eine Blutdruckmessung, und zwar an beiden Armen.
Das Ergebnis: Lagen die Unterschiede beim systolischen Blutdruck zwischen beiden Armen mindestens bei 10 mmHg, wiesen Betroffene ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Todesfälle und eine höhere Gesamtsterblichkeit auf. Der Grund: Laut den Forschenden können die Abweichungen auf Veränderungen der Blutgefäße, beispielsweise Verengungen der Arterien, hinweisen, die als Anzeichen für Arteriosklerose gelten.
Vor allem wenn die Werte bei der Blutdruckmessung links erhöht und ebenfalls mindestens 10 mmHg höher als rechts waren, bestand die Gefahr, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder anderen Ursachen zu sterben. Bei auf der rechten Seite erhöhten Werten ließ sich ein entsprechender Zusammenhang nicht feststellen. Dies führen die Wissenschaftler:innen womöglich auf die enge Verbindung zur Aorta auf der linken Körperseite zurück.
Somit lautet die Empfehlung, die Blutdruckmessung stets links und rechts durchzuführen, um einerseits eine mögliche Hypertonie nicht zu übersehen und andererseits entsprechende Risiken im Blick zu behalten. Da die Daten jedoch lediglich aus einer Bevölkerungsgruppe stammen und zudem nur ein statistischer Zusammenhang nachgewiesen werden konnte, brauche es weitere Studien, um die Hypothese einer erhöhten Sterblichkeit durch starke Blutdruckunterschiede zu bestätigen.
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