SVA tagt: Prednisolon bald rezeptfrei?
In Kürze tagt der Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht (SVA) zum zweiten Mal in diesem Jahr. Auf der Agenda für die Sitzung am 21. Juli stehen dabei gleich mehrere mögliche OTC-Switches. Dazu gehören neben Prednisolon, das bald rezeptfrei sein könnte, auch Digitoxin und Olopatadin.
Prednisolon gehört zu den Glucocorticoiden und besitzt entzündungshemmende, immunsuppressive und antiallergische Eigenschaften. Der Wirkstoff findet unter anderem in der Rheumatologie, Pneumonologie und Dermatologie Anwendung. Bisher sind Arzneimittel mit dem Wirkstoff verschreibungspflichtig. Doch das könnte sich bald ändern. Denn im Juli berät der SVA in seiner Sitzung über einen möglichen OTC-Switch. Demnach könnte Prednisolon zur topischen Anwendung bald rezeptfrei zur Verfügung stehen – eine positive Empfehlung der Expert:innen vorausgesetzt.
Bereits Anfang 2025 hat der SVA für die Wirkstoffkombi Prednisolon/Salicylsäure einstimmig empfohlen, den Antrag auf Entlassung aus der Verschreibungspflicht zur Anwendung auf der Kopfhaut anzunehmen.
OTC-Switch: Olopatadin auch für Kinder bald rezeptfrei?
Außerdem wird in der zweiten Sitzung des Jahres darüber diskutiert, den bereits für Erwachsene vollzogenen OTC-Switch bei Olopatadin zur Anwendung am Auge auszuweiten. Demnach könnten Arzneimittel mit dem Wirkstoff künftig auch für Kinder ab drei Jahren rezeptfrei zur Verfügung stehen.
Anfang 2023 hatte der Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht einstimmig empfohlen, den Antrag auf einen OTC-Switch für Olopatadin zur Anwendung am Auge anzunehmen. Die Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) wurde entsprechend angepasst. Olopatadin ist aktuell von der Rezeptpflicht ausgenommen zur Anwendung am Auge, wenn auf Behältnissen und äußeren Umhüllungen eine Beschränkung der Anwendung auf Erwachsene angegeben ist, es sei denn, es handelt sich um von der Europäischen Kommission als verschreibungspflichtig zugelassene Arzneimittel.
Das hochwirksame, selektive Antiallergikum wirkt auf verschiedenen Wegen. Zum einen wird die Wirkung von Histamin durch Antagonismus am Histamin-H1-Rezeptor gehemmt und zum anderen die Histamin-induzierte Produktion entzündungsfördernder Zytokine durch konjunktivale Epithelzellen verhindert. In-vitro-Studien lassen darauf schließen, dass der Wirkstoff direkt auf Mastzellen der menschlichen Bindehaut wirken kann. In der Folge wird die Ausschüttung entzündungsfördernder Mediatoren gehemmt. Außerdem soll Olopatadin bei okulärer Gabe bei Patient:innen mit durchgängigem Tränennasengang die Nasensymptome mindern.
Außerdem steht auch ein möglicher OTC-Switch für Digitoxin zur Anwendung am Auge auf der Tagesordnung des SVA. Der Wirkstoff ist ein langwirksames Herzglykosid, das oral angewendet zur Behandlung manifester chronischer Herzinsuffizienz, Tachyarrhythmia absoluta bei Vorhofflimmern/Vorhofflattern oder paroxysmalem Vorhofflimmern/Vorhofflattern eingesetzt wird. Doch Digitoxin findet auch zur symptomatischen Behandlung von Asthenopie muskulärer, akkomodativer oder nervöser Art, die durch Überlastung des Sehorgans auftritt, am Auge Anwendung finden. Entsprechende Arzneimittel könnten künftig ohne Rezept bereitstehen.
Und auch über den Antrag auf Entlassung aus der Verschreibungspflicht für Hyoscyami folium et herba (Bilsenkrautblätter/-kraut) zur oralen Anwendung, das unter anderem bei Magen-Darm-Beschwerden genutzt wird, wird beraten.
Mehr aus dieser Kategorie
Krebs: Diagnose bei Chef:innen offenlegen?
Während einige Angestellte nur zu gern Einblick in ihr Privatleben liefern, möchten andere dies möglichst für sich behalten. Das gilt …
Trotz Steigerung: PTA verdienen 900 Euro unter Durchschnitt
Dass das Gehalt für viele Apothekenangestellte zu gering ausfällt, wird immer wieder diskutiert. Und daran hat sich auch 2025 nichts …
BMG plant Genehmigungsfreiheit für Hilfsmittel bis 200 Euro
„Der Abbau von Bürokratie im Gesundheitswesen bleibt nicht länger eine Worthülse“, so Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU). In der vergangenen Woche …












