PTA-Arbeitsstunde mehr als die Hälfte unter Durchschnitt
Im Schnitt 45 Euro kostet eine Arbeitsstunde von Erwerbstätigen hierzulande, heißt es vom Statistischen Bundesamt. Doch auch wenn die Summe für das Gesundheitswesen mit rund 42 Euro insgesamt geringer ausfällt, wird klar: Apothekenmitarbeitende können da nicht mithalten. So liegt die Bezahlung für eine PTA-Arbeitsstunde mehr als die Hälfte unter dem Durchschnitt.
Dass das PTA-Gehalt für viele zwar zum Überleben, aber kaum zum Leben reicht, ist bekannt. Denn auch wenn die Mindestlohnerhöhung sowie das letzte Tarifplus die Gehälter von vielen Apothekenangestellten angehoben haben, liegen unter anderem PTA mit ihrem Verdienst weit unter dem Durchschnitt. Das macht sich bei einem Blick auf die Kosten pro Arbeitsstunde einmal mehr bemerkbar. Denn diese lagen laut dem Statistischen Bundesamt 2025 bei durchschnittlich 45 Euro und damit rund 22 Prozent höher als noch vor fünf Jahren. Zum Vergleich: Der EU-Schnitt liegt bei knapp 35 Euro.
Im Gesundheits- und Sozialwesen ist die Summe sogar um 25 Prozent gestiegen – von rund 34 auf knapp 42 Euro/Stunde. PTA können davon jedoch nur träumen.
Im Tarifgebiet des Arbeitsgeberverbands Deutscher Apotheken verdienen die Kolleg:innen seit Jahresbeginn pro Monat
- 2.646 Euro im ersten und zweiten Berufsjahr,
- 2.717 Euro vom dritten bis fünften Berufsjahr,
- 2.922 Euro im sechsten bis achten Berufsjahr,
- 3.146 Euro vom neunten bis 14. Berufsjahr und
- 3.267 Euro ab dem 15. Berufsjahr.
Bei einer 39-Stunden-Woche, wie sie im Bundesrahmentarifvertrag vorgesehen ist, fällt das Gehalt pro PTA-Arbeitsstunde somit deutlich geringer aus und liegt bei maximal rund 21 Euro brutto ab dem 15. Berufsjahr – 3.267 Euro geteilt durch 169 Stunden/Monat (4,33 x 4) = 19,33 Euro.
Für Berufseinsteiger:innen fällt die Differenz folglich noch deutlich größer aus. Kolleg:innen in den ersten beiden Berufsjahren erhalten demnach pro Arbeitsstunde nur 15,66 Euro brutto – ohne Lohnnebenkosten.
PTA-Arbeitsstunde: Unterschiede in Sachsen und Nordrhein noch größer
Zum Vergleich: Während Apotheker:innen den im Durchschnitt 42 Euro pro Arbeitsstunde mit ihrem Gehalt schon etwas näherkommen und Kolleg:innen ab dem elften Berufsjahr immerhin rund 29 Euro/Stunde verdienen (4.922 Euro geteilt durch 169 Stunden), bekommen PKA selbst mit 14 oder mehr Berufsjahren nur 16,38 Euro brutto pro Stunde – 2.768 Euro/Monat geteilt durch 169 Stunden.
Hinzukommt, dass sich in den Tarifgebieten Nordrhein und Sachsen ebenfalls noch deutlichere Unterschiede ergeben. Denn dort gilt weiterhin eine 40-Stunden-Woche. Somit ergeben sich bei im Schnitt 173 Stunden/Monat folgende Beträge pro PTA-Arbeitsstunde:
| Nordrhein (Tarifvertrag noch bis 30. Juni gültig) | Sachsen | ||
| Bruttogehalt/Monat | Stundenlohn | Bruttogehalt/Monat | Stundenlohn |
| 2.590 Euro (1. und 2. Berufsjahr) | 14,97 Euro | 2.601 Euro (1. und 2. Berufsjahr) | 15 Euro |
| 2.688 Euro (3. bis 5. Berufsjahr) | 15,54 Euro | 2.823 Euro (3. bis 5. Berufsjahr) | 16,32 Euro |
| 2.888 Euro (6. und 7. Berufsjahr) | 16,70 Euro | 3.142 Euro (ab 6. Berufsjahr) | 18,16 Euro |
| 3.163 Euro (8. und 9. Berufsjahr) | 18,28 Euro | ||
| 3.226 Euro (ab 10. Berufsjahr) | 18,65 Euro |
Zur Methodik: Die Jahresschätzung der Arbeitskosten vom Statistischen Bundesamt erfolgt auf Basis der regelmäßigen Arbeitskostenerhebung, die zuletzt 2024 erfolgte. Zu den Arbeitskosten zählen dabei der Bruttoverdienst (Entgelt für geleistete Arbeitszeit, Sonderzahlungen, vermögenswirksame Leistungen, Vergütung für nicht gearbeitete Tage wie Urlaub und Feiertage sowie Sachleistungen) und die Lohnnebenkosten (Sozialbeiträge der Arbeitgebenden, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, Aus- und Weiterbildungskosten, sonstige Aufwendungen und die Steuern).
Hinweis: In einer früheren Version des Beitrags wurden für die Berechnung des Arbeitsmonats vier Wochen angenommen. Da der Arbeitsmonat jedoch im Schnitt 4,33 Wochen beträgt, wurden die Berechnungen angepasst und mit 169 Stunden/Monat beziehungsweise 173 Stunden/Monat gerechnet.
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