Metformin und Alkohol tabu
Metformin gilt als Standard bei der Therapie von Typ-2-Diabetes. Um das Risiko für Nebenwirkungen zu verringern, sollten Tabletten mit dem Wirkstoff unzerkaut während oder nach einer Mahlzeit eingenommen werden. Alkohol sollte unter Metformin eher tabu sein, denn es besteht das Risiko einer Laktatazidose.
Metformin gehört zu den Biguaniden und wird zur Behandlung von Typ-2-Diabetes angewendet. Angezeigt ist der Wirkstoff vor allem bei übergewichtigen Patient:innen, wenn Diät und Gewichtsreduktion trotz körperlicher Aktivität keine ausreichende Einstellung des Blutzuckerspiegels erzielen. Metformin kann die Insulinresistenz verbessern. Der Arzneistoff hemmt die Glukosebildung in der Leber und verzögert deren Aufnahme im Darm. Im Gegenzug wird die Aufnahme von Blutglukose in die Muskelzellen verstärkt. Die Insulinausschüttung ist vermindert, das Hungergefühl nimmt ab und die Betroffenen verlieren Gewicht.
Unter Metformin sollte Alkohol tabu sein – Alkoholiker:innen sollten nicht mit dem Wirkstoff behandelt werden. Der Grund: Größere Mengen Alkohol bergen das Risiko einer Unterzuckerung – Hypoglykämie – und einer Übersäuerung des Blutes mit Milchsäure – Laktatazidose, die ohne eine schnelle Behandlung eine hohe Mortalitätsrate aufweist. Hinzukommt, dass Alkohol den Blutzuckerspiegel beeinflussen und zu Schwankungen führen kann.
Im Falle einer akuten Alkoholvergiftung besteht ein erhöhtes Risiko für eine Laktatazidose, vor allem im Zusammenhang mit Fasten, Mangelernährung oder Einschränkung der Leberfunktion.
Unter einer Metformin-Therapie sind Alkoholkonsum und alkoholhaltige Arzneimittel zu meiden. Wird gelegentlich Alkohol in geringen Mengen von 10 g pro Tag – ein Glas Wein – bei Frauen und 20 g – eine Flasche Bier – täglich bei Männern in Kombination mit einer kohlenhydratreichen Mahlzeit konsumiert, gilt dies in der Regel als unbedenklich.
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