Chronischer Husten durch Semaglutid und Co.
Semaglutid und andere Inkretinmimetika können nicht nur den Blutzucker senken, sondern auch zu einem Gewichtsverlust führen. Doch keine Wirkung ohne Nebenwirkung. So treten unter GLP-1-Rezeptoragonisten mitunter schwere Magen-Darm-Beschwerden auf – mit Folgen. Unter Semaglutid und Co. droht ein chronischer Husten.
Der Hype um GLP-1-Rezeptoragonisten ist nicht nur in der Diabetesbehandlung, sondern vor allem zum Gewichtsmanagement groß. Stichwort Abnehmspritzen. Doch immer wieder werden neue unerwünschte Wirkungen der Inkretinmimetika bekannt. Zu den häufigsten gehören dabei gastrointestinale Beschwerden.
In den Fach- und Gebrauchsinformationen werden beispielsweise Magenverstimmungen, Verdauungsstörungen, Aufstoßen, Blähungen, Gastritis, Reflux und Sodbrennen – auch gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) genannt – als häufig (bei bis zu einem von zehn Behandelten) auftretende Nebenwirkungen genannt.
Doch damit nicht genug. Denn entwickelt sich unter der Behandlung eine GERD, kann das langfristige Folgen haben. Forschende haben nun einen Zusammenhang zwischen Semaglutid und Co. und chronischem Husten entdeckt.
Chronischer Husten: Semaglutid und andere GLP-1-Agonisten als Auslöser?
Ein Team des Cedars Sinai Medical Centers in Los Angeles (USA) hat sich in einer Analyse der Frage gewidmet, ob die Anwendung von Glucagon-like Peptide-1-Rezeptoragonisten mit einem erhöhten Risiko für chronischen Husten verbunden ist. Dafür wurden die Daten von mehr als 427.000 erwachsenen Typ-2-Diabetiker:innen ausgewertet, die mit einem GLP-1-Agonisten behandelt wurden. Verglichen wurden diese mit Daten von rund 1,6 Millionen Patient:innen, die andere Antidiabetika erhielten.
Das Ergebnis: Unter Semaglutid und Co. erkrankten Personen häufiger an chronischem Husten als Patient:innen, die andere Wirkstoffe wie SGLT2-Inhibitoren oder Sulfonylharnstoffe erhielten. „Dieser Zusammenhang bestand unabhängig von der Diagnose einer gastroösophagealen Refluxkrankheit“, heißt es in der Studie.
Die mögliche Ursache sehen die Forschenden in der eigentlichen Wirkung der Inkretinmimetika. Denn weil diese die Magenentleerung verzögern und ein frühzeitiges Völlegefühl erzeugen, kann dies eine GERD nach sich ziehen, die sich wiederum oftmals in Sodbrennen, genau einer Mikroaspiration von Mageninhalt in die Atemwege, zeigt. Bleibt diese länger unbemerkt, kann sich ein chronischer Husten entwickeln.
Nun fordern die Autor:innen weitere Untersuchungen, um den Zusammenhang und die entsprechenden pharmakologischen Mechanismen genauer zu analysieren.
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