PTA-Vertretung: Abda-Präsident missachtet einen ganzen Berufsstand
„Das geht gar nicht“, sagt Abda-Präsident Thomas Preis, wenn es um die zeitweise Vertretung durch PTA geht, die es in die Eckpunkte zur Apothekenreform geschafft hat und heftig diskutiert wird. Für den BVpta ist es unverantwortlich, vorhandene Kompetenzen kleinzureden oder deren Potenzial ungenutzt zu lassen. Die BVpta-Bundesvorsitzende Anja Zierath wendet sich in einem offenen Brief an den Abda-Präsidenten und fordert eine Klarstellung.
„Mit wachsendem Unverständnis verfolgen wir die jüngsten Stellungnahmen der Abda zur Rolle der PTA“, eröffnet Zierath den Brief. Trotz der seit Jahren gezeigten fachlichen Kompetenz und der unverzichtbaren Bedeutung der PTA für die flächendeckende Versorgung halte die Abda weiterhin an einem Bild fest, dass der Realität in den Apotheken nicht gerecht werde. „Ein Festhalten an alten Strukturen kann und darf nicht die Antwort auf die aktuellen Herausforderungen im Gesundheitswesen sein.“
„Mit Entsetzen mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass trotz aller gegenteiligen öffentlichen Bekundungen, wie wertvoll und unverzichtbar PTA doch seien, Sie als Präsident der ABDA uns öffentlich unterstellen, wir könnten schnell auflösende und Retard-Arzneiformen nicht voneinander unterscheiden“, so die Kritik.
„Die wiederholte Darstellung, PTA seien nicht in der Lage, in bestimmten Bereichen Verantwortung zu übernehmen, empfinden wir als nicht nur fachlich unbegründet, sondern auch als Missachtung eines ganzen Berufsstandes.“, macht der BVpta seinem Ärger Luft. Denn klar ist: „Mit ihrer fundierten, staatlich anerkannten Ausbildung leisten PTA seit Jahrzehnten einen wesentlichen Beitrag, und zwar weit über das hinaus, was häufig öffentlich anerkannt wird.“
Der Appell: „Es ist höchste Zeit, dass die Abda nicht länger an einem überholten Rollenverständnis festhält, sondern aktiv Lösungen präsentiert, wie der PTA-Beruf zukunftsfähig und attraktiv gestaltet werden kann.“ So sei es gerade in Zeiten von Fachkräftemangel unverantwortlich, dass vorhandene Kompetenzen kleingeredet oder deren Potenzial ungenutzt bleibe.
Der BVpta fordert daher von Abda-Präsident Thomas Preis, zu drei Fragen Stellung zu beziehen:
- Wie gedenkt die Abda, die Kompetenzen der PTA im Sinne einer modernen Apothekenpraxis anzuerkennen und zu nutzen?
- Welche konkreten Schritte werden unternommen, um die berufliche Weiterentwicklung und Eigenständigkeit der PTA zu fördern?
- Wie stellt die Abda sicher, dass die Versorgung der Bevölkerung auch in Zukunft gesichert bleibt, wenn der bestehende Fachkräftemangel ignoriert wird?
Doch das ist nicht alles. Der BVpta erwartet, dass es zeitnah zu einem Gespräch kommt, um gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln.
Schon im September hatte Zierath klar gemacht: „Wenn man eine Veränderung wirklich möchte, muss der Wille eines Tages größer sein als die Angst“, so Zierath. „Und wir haben keine Angst, wir sehen diese mögliche Veränderung als Chance auf einen Neuanfang – nicht nur für die PTA, sondern tatsächlich auch für die Apotheke vor Ort.“
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