Blasenentzündung: Jede/r Dritte erkennt Erkrankung nicht
Mehr als 400 Millionen Menschen weltweit erkranken jedes Jahr an einer Blasenentzündung. Frauen sind dabei bis zu fünfmal häufiger betroffen als Männer. Doch jede/r Dritte erkennt eine Blasenentzündung nicht einmal. Denn rund um die Erkrankung herrschen gravierende Wissenslücken, zeigt eine aktuelle Umfrage.
Auch wenn eine Blasenentzündung – Cystitis oder auch Blasenkatarrh – oftmals als Frauensache gilt, können Männer ebenfalls betroffen sein. Auslöser sind in der Regel Bakterien, die in die Harnblase eindringen. Da wundert es nicht, dass Blasenentzündungen meist wiederkehrend sind. Doch durch eine ausreichende Trinkmenge, die richtige Hygiene und Co. kann vorgebeugt werden. Das wissen jedoch nur wenige, wie eine Befragung der Europäischen Gesellschaft für Urologie (European Association of Urology, EAU) mit Unterstützung von GSK zeigt. Im Gegenteil: Viele Menschen erkennen eine Blasenentzündung nicht einmal als solche oder verwechseln diese mit anderen Erkrankungen.
Blasenentzündung ≠ Nahrungsmittellallergie
Die EAU hat mehr als 3.000 Erwachsene aus Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und dem Vereinigten Königreich zum Thema Blasenentzündung befragt und dabei mitunter gravierende Wissenslücken aufgedeckt. Und diese beginnen oftmals schon bei Begrifflichkeiten. So konnte rund ein Drittel der Befragten den Begriff Cystitis nicht einer Blasenentzündung zuordnen beziehungsweise diese nicht korrekt als Blasenentzündung definieren. Mehr noch. „Einige verwechselten sie mit einer Hauterkrankung oder sogar einer Nahrungsmittelallergie“, so die EAU. Bei jüngeren Menschen im Alter zwischen 18 bis 24 Jahren war es sogar fast jede/r Zweite.
Dass vor allem Frauen von Cystitis betroffen sind – weil Krankheitserreger bei ihnen durch die kürzere Harnröhre leichtes Spiel haben –, weiß ebenfalls nur rund die Hälfte.
Funfact: Die Formulierung „sich die Blase erkälten“ ist nicht ganz korrekt. Denn Kälte kann zwar das Immunsystem schwächen, ist aber allein kein Auslöser für eine Cystitis.
Antibiotika nicht immer notwendig
Und auch in Sachen Prävention herrscht vielfach Unwissenheit. So kennen einige Patient:innen einfache Maßnahmen wie viel trinken, nach dem Toilettengang von vorne nach hinten abwischen und Co. nicht. Jeweils rund jede/r Sechste hielt eine Einnahme von Antibiotika nicht nur zur Behandlung, sondern auch zur Vorbeugung einer Blasenentzündung für notwendig.
„Diese Studie zeigt, dass die Sensibilisierung der Öffentlichkeit sowie die Aufklärung über Symptome, Ursachen und Behandlung nach wie vor unerlässlich sind, um Infektionen vorzubeugen, Leiden zu lindern und die Ausbreitung von Resistenzen zu verlangsamen. Wichtig ist, dass nicht jede Infektion mit Antibiotika behandelt werden muss – ein umsichtiger Einsatz ist der Schlüssel zur Bekämpfung von Resistenzen.“
Blasenentzündung: So wird behandelt
Hilfe kommt bei einer Blasenentzündung aus der Apotheke. Dabei spielen unter anderem pflanzliche Arzneimittel – Phytotherapeutika – eine entscheidende Rolle. Denn diese werden gemäß einer Aktualisierung der S3-Leitlinie für unkomplizierte, bakterielle Harnwegsinfektionen bei Erwachsenen anstelle einer Antibiose empfohlen. So kommen neben Analgetika wie Ibuprofen und Diclofenac die Phytos Uva Ursi (Bärentraube) und BNO 1045 (Kombination aus Liebstöckel, Rosmarin und Tausendgüldenkraut enthalten in Canephron N und Canephron uno (Bionorica)) ins Spiel.
Auch die Kombination aus Kapuzinerkresse und Meerrettichwurzel wird in der S3-Leitlinie aufgeführt. Senfölen werden antibakterielle und antivirale Eigenschaften zugesprochen.
Außerdem gilt Mannose, genau D-Mannose, als Behandlungsoption. Diese soll die Bakterien ummanteln und verhindern, dass sie sich in den Schleimhäuten anheften. Mit dem Urin werden dann D-Mannose und eingeschlossene Bakterien ausgespült. Der Zucker wird vom Körper nicht resorbiert.
Als Antibiotika sind unter anderem Fosfomycin-Trometamol, Nitrofurantoin, Nitroxolin und Pivmecillinam Mittel der ersten Wahl.
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