Weniger Betriebstreue? Jedes zweite Arbeitsverhältnis hält kaum ein Jahr
Die Apotheken stehen hierzulande unter Druck. Kein Wunder, dass Kolleg:innen oftmals in andere Branchen abwandern. Doch nicht nur in den Apotheken ist dieser Trend zu beobachten. Jedes zweite Arbeitsverhältnis dauert demnach weniger als ein Jahr. Das zeigt eine Auswertung des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW).
Für die Studie „Alle unmotiviert? Arbeitsmotivation und Arbeitgeberbindung in Deutschland“ haben die Expert:innen verschiedene Daten ausgewertet, darunter auch von der Bundesagentur für Arbeit. Das Ergebnis: Mehr als jedes dritte Beschäftigungsverhältnis (36 Prozent) wird sogar schon vor Ablauf der Sechs-Monats-Frist – meist als Probezeit vereinbart – wieder beendet, 14 Prozent enden im Zeitraum zwischen sechs und unter zwölf Monaten. 16 Prozent der Arbeitsverhältnisse halten immerhin ein bis zwei Jahre. Doch insgesamt ergibt sich daraus, dass zwei von drei Jobs nach weniger als zwei Jahren wieder aufgegeben werden. Längere Beschäftigungsverhältnisse sind folglich die Ausnahme. Zehn Jahre und länger halten sogar nur 8 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse.
Demgegenüber ist die Zufriedenheit von Angestellten in jeweiligen Job generell gegeben. Rund die Hälfte der Beschäftigten weist eine hohe Arbeitszufriedenheit auf (48 Prozent), weitere 49 Prozent eine mittlere. Rund sechs von zehn Arbeitnehmenden sagen zudem, dass sie ihre Arbeit meistens oder sogar immer begeistert. Ein entscheidendes Kriterium ist dabei laut dem IW die Beschäftigungssicherheit. Denn diese hat Einfluss auf die Arbeitgeberattraktivität und folglich auch die Zufriedenheit.
Der erste Eindruck zählt
Beginnen Angestellte eine neue Arbeitsstelle, tickt sprichwörtlich die Uhr. Um Angestellte an sich zu binden, haben Arbeitgebende laut einer US-Studie im Schnitt 44 Tage Zeit. 70 Prozent der Angestellten wissen nach dem ersten Monat, ob sie den neuen Job fortsetzen oder wieder aufgeben, rund drei von zehn Angestellten entscheiden sogar schon in der ersten Woche. Der erste Eindruck entscheidet somit und lässt sich laut einem Großteil auch nicht mehr revidieren. Für knapp zwei Drittel stimmt das, was sie am ersten Tag/in den ersten Tagen über ihr Unternehmen dachten, bis heute. Da wundert es nicht, dass mehr als vier von zehn Beschäftigten angeben, ihre Jobwahl innerhalb der ersten Woche schon einmal bereut zu haben und fast ein Viertel in diesem Zeitraum deswegen auch geweint hat.
Gründe für einen schnellen Wechselwunsch sind vor allem fehlende Ansprechpartner:innen, kaum oder keine Einarbeitung und technische Hürden.
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