415 Millionen Packungen: NEM vor allem für Longevity genutzt
Der Markt an Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) wächst stetig, denn die Nachfrage boomt. Insgesamt 415 Millionen Packungen wurden hierzulande im letzten Jahr verkauft. Die Einnahme erfolgt dabei meist vorbeugend. Stichwort Longevity.
Knapp sechs von zehn Frauen und beinahe jeder zweite Mann greifen hierzulande zu Nahrungsergänzungsmitteln – aus unterschiedlichen Gründen. Neben der Linderung von Beschwerden erhoffen sich viele Nutzer:innen eine Stärkung der Leistungsfähigkeit und Gesundheit. Stichwort Longevity. Da wundert es nicht, dass die Nachfrage nach entsprechenden Präparaten stetig weiter steigt. Allein im letzten Jahr wurden hierzulande rund 415 Millionen Packungen NEM verkauft. Das entspricht einem Umsatz von knapp 4,3 Milliarden Euro, wie aus aktuellen Zahlen des Lebensmittelverbands Deutschland hervorgeht.
NEM: Klassiker haben die Nase vorn
„Nahrungsergänzungsmittel sind für viele Verbraucherinnen und Verbraucher zu einem festen Bestandteil der täglichen Ernährung geworden“, so die Expert:innen des Arbeitskreises Nahrungsergänzungsmittel beim Lebensmittelverband und betonen die kontinuierlich hohe Bedeutung entsprechender Präparate.
Bemerkenswert dabei: „Bekannte und etablierte Produkte dominieren den Markt“, stellen die Expert:innen klar. Und das trotz eines wachsenden Marktes mit immer mehr Spezialpräparaten, beispielsweise für Frauen- oder Darmgesundheit. So entfällt mehr als jede sechste verkaufte Packung auf ein Magnesiumpräparat (75,3 Millionen Packungen). Bei den Vitaminen haben NEM mit Vitamin C die Nase vorn, gefolgt von Multivitamin-Produkten – 35,6 Millionen vs. 29,7 Millionen Packungen.
Der Bezug von NEM erfolgt zum Großteil über Apotheken, Drogerien, Reformhäuser oder den Lebensmitteleinzelhandel. Doch der Online-Handel holt auf und verzeichnet bereits einen Anteil von 22,5 Prozent.
Während Verbraucherschützer:innen und andere Expert:innen oftmals fehlende Regelungen zu Höchstmengen und Co. kritisieren, betont der Lebensmittelverband, dass die Sicherheit entsprechender Präparate in der EU über die seit 2002 geltende Nahrungsergänzungsmittel-Richtlinie gewährleistet werde, was ein hohes Maß an Verbraucherschutz sicherstellen würde. Hinzukommt, dass Nutzer:inner NEM „bewusst – auf Basis klarer Informationen und verlässlicher Rahmenbedingungen“ einnehmen würden.
Zur Erinnerung: Nahrungsergänzungsmittel kommen gesundheitsbezogen zum Einsatz und sollen die allgemeine Ernährung ergänzen, sie besitzen keine pharmakologische Wirkung und sind für Verbraucher:innen bestimmt. Demgegenüber werden Arzneimittel krankheitsbezogen angewendet und haben eine pharmakologische Wirkung – Zielgruppe sind somit Patient:innen.
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