Vitamin D: (K)ein Schutz vor Diabetes?
Über das Für und Wider von Vitamin D wird immer wieder diskutiert. So ist zwar bekannt, dass ein Mangel unter anderem mit einer Beeinträchtigung der Knochengesundheit verbunden ist. Ob Vitamin D auch in Verbindung mit einer Diabetes-Erkrankung steht, ist jedoch noch nicht geklärt. Zuletzt konnten Forschende zeigen, dass viele Diabetes-Patient:innen einen Mangel aufweisen. Nun ergeben neue Daten: Vitamin D könnte vor Diabetes schützen – aber nicht jede/n.
Ähnlich wie Bluthochdruck gehört Diabetes längst zu den Volkskrankheiten, die jedoch häufig für längere Zeit unerkannt bleiben. Etwa jede/r Fünfte leidet hierzulande demnach unter erhöhten Blutzuckerwerten, die eine Vorstufe von Diabetes – Prädiabetes – darstellen. Forschende der Tufts University in Boston (USA) haben nun untersucht, ob Vitamin D das Risiko für einen Ausbruch der Diabetes-Erkrankung verringern kann. Die Antwort lautet Ja. Doch dies gilt nur für bestimmte Patient:innen. Genau spielen dabei genetische Faktoren eine entscheidende Rolle.
An der „D2d-Studie“ (Vitamin D and type 2 diabetes) nahmen rund 2.100 Erwachsene mit Prädiabetes teil, die entweder einmal täglich 4.000 I.E. Vitamin D3 oder ein Placebo einnahmen. Dabei wurde deutlich: Bei Patient:innen mit einer bestimmten Genvariante im Vitamin D-Rezeptor fiel das Risiko, Diabetes Typ 2 zu entwickeln, unter der Supplementierung des Sonnenvitamins um fast 20 Prozent geringer aus.
Vitamin D kann Diabetes-Ausbruch verhindern
Die Forschenden führen den Effekt darauf zurück, dass Vitamin D die Insulinfreisetzung verbessern und den Blutzucker stabil halten könnte, weil sich entsprechende Rezeptoren für das Sonnenvitamin auch in den insulinproduzierenden Zellen des Pankreas befinden. Doch wie gut diese auf Vitamin D reagieren, hängt laut den Wissenschaftler:innen von der genetischen Ausstattung ab.
So zeigte sich bei rund einem Drittel der Teilnehmenden kein Effekt durch Vitamin D auf das Diabetes-Risiko. Wer dagegen spezielle Formen der Genvariante Apal aufwies, konnte sein Risiko verringern.
„Die Ergebnisse könnten einen wichtigen Schritt hin zu einem personalisierten Ansatz zur Senkung des Risikos, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, bei Erwachsenen mit hohem Risiko darstellen“, heißt es in einer Mitteilung. Die Forschenden geben jedoch zu bedenken, dass eine Genbestimmung bei der Vielzahl an Patient:innen mit Prädiabetes kaum zu realisieren sei. Stattdessen würden die Ergebnisse jedoch einmal mehr verdeutlichen, wie wichtig eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D ist. Von einer generellen Supplementierung auf eigene Faust wird jedoch abgeraten, erst recht in hohen Dosierungen, beispielsweise als „Bolusdosen“.
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