Vitamin C besser nicht mit Dexamfetamin
Vorsicht, Wechselwirkung: Interaktionen sind nicht nur zwischen Arzneimitteln, sondern auch zwischen Wirkstoffen und Nahrungsergänzungsmitteln möglich. Ein Beispiel sind Dexamfetamin und Vitamin C.
Dexamfetamin wird im Rahmen einer therapeutischen Gesamtstrategie zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störungen (ADHS) bei Kindern ab sechs Jahren angewendet, nachdem eine Behandlung mit Methylphenidat klinisch unzureichend war. Außerdem kann der Wirkstoff zur ADHS-Therapie von Erwachsenen zum Einsatz kommen.
Dexamfetamin ist ein zentral wirkendes Sympathomimetikum. Das D-Enantiomer von Amphetamin verstärkt die Wirkungen von Dopamin und Noradrenalin, weil die Ausschüttung der Neurotransmitter erhöht und die Wiederaufnahme gehemmt wird. Der Wirkstoff besitzt sympathomimetische, stimulierende und appetithemmende Eigenschaften. Der Blutdruck steigt und die Bronchien werden erweitert.
Vitamin C gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen und besitzt antioxidative Eigenschaften. Außerdem ist Ascorbinsäure an verschiedenen Stoffwechselvorgängen beteiligt. So kann Vitamin C die Aufnahme von Eisen im Darm verbessern. Speichern kann der Körper den Radikalfänger nicht – und auch nicht selbst bilden. Der Tagesbedarf von Vitamin C liegt laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) bei 110 mg (Männer) beziehungsweise 95 mg (Frauen).
Dosiert wird individuell. Die Initialdosis bei Kindern beträgt 5 mg bis 10 mg und bei Erwachsenen 30 mg Dexamfetamin. Die Dosis kann in wöchentlichen Schritten erhöht werden.
Dexamfetamin und Vitamin C: Das Problem
Dexamfetamin kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. Allerdings ist dabei darauf zu achten, dass saure Lebensmittel und Vitamin C die Wirkstoffaufnahme beeinflussen können. Die Folge: Der Blutspiegel von Dexamfetamin ist geringer und die Wirksamkeit vermindert. Am besten können Dexamfetamin-haltige Arzneimittel im alkalischen Darmmilieu aufgenommen werden.
Außerdem können Substanzen, die den Urin ansäuern, die renale Clearance erhöhen. Die Folge ist eine Steigerung der Amfetamin-Ausscheidung im Urin und eine Verkürzung der Halbwertszeit.
Nahrungsmittel, die eine Alkalisierung des Urins verursachen, vermindern wiederum die Ausscheidung von Amfetamin im Urin – die Halbwertszeit verlängert sich.
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