Masern: Neuer Wirkstoff soll Ausbreitung verhindern
Auch wenn eine Maserninfektion mitunter zu schweren Krankheitsverläufen führen oder sogar tödlich enden kann, besteht bei den Impfquoten vielerorts Nachholbedarf. Und das, obwohl eine gezielte Behandlungsmethode fehlt. Das könnte sich ändern. Denn Forschende haben offenbar einen neuen Wirkstoff gegen Masern entdeckt.
Während die Zahl der Masernfälle hierzulande nach einem kurzzeitigen Anstieg wieder rückläufig ist und laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für das Jahr 232 Fälle gemeldet wurden, sind es in anderen Ländern deutlich mehr Fälle – in Europa und Zentralasien insgesamt knapp 34.000 Fälle. Und das trotz zur Verfügung stehendem Impfstoff und Impfpflicht für bestimmte Personengruppen. Denn Masern sind nicht nur hochansteckend, sondern können auch zu schweren Verläufen führen.
Eine spezielle antivirale Therapie gibt es nicht. Zumindest bis jetzt. Denn nun wollen Forschende ein neues Virostatikum gegen die Infektionskrankheit entwickelt haben. Der Wirkstoff soll die Ausbreitung von Masern verhindern.
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Neuer Wirkstoff gegen Masern
Schon seit Längerem arbeiten Forschende der Georgia State University Atlanta (USA) an einem Wirkstoff gegen Masern. Dieser soll zur Eindämmung eines Ausbruchs zum Einsatz kommen, und zwar in oraler Darreichungsform. Außerdem wird eine gute Verträglichkeit angestrebt. Genau dies soll dem Team dies mit der Entwicklung von GHP-88310 gelungen sein. Der Wirkmechanismus des Virostatikums basiert auf einer Blockade der RNA-abhängigen RNA-Polymerase, die das Virus unter anderem zur Replikation benötigt, in den infizierten Zellen.
Im Tierversuch mit bereits infizierten Frettchen zeigte sich, dass die Übertragung des Masern-verwandten Orthoparamyxovirus durch die tägliche Behandlung verhindert wurde. Außerdem konnte die Erkrankung gemildert und so das Überleben verbessert werden. Somit gab es nicht nur einen prophylaktischen Nutzen für nicht-infizierte Tiere, sondern auch einen therapeutischen Effekt auf die Krankheitsdauer und die Schwere der Symptome von erkrankten Frettchen.
In klinischen Studien müsse nun die Wirksamkeit bei Menschen verifiziert werden, bevor der neue Wirkstoff gegen Masern auf den Markt kommen könnte. „Sollte dies auch auf menschliche Wirte übertragbar sein, könnte es die schwerwiegende soziale und wirtschaftliche Belastung durch eine langwierige Quarantäne der Patientinnen und Patienten verringern und das Ausbruchsmanagement weiter unterstützen“, heißt es.
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