Schnupfen und Kopfschmerzen: Delta-Variante mit „neuen“ Corona-Symptomen?
Nur eine Erkältung oder doch Corona? Das ist eine der wichtigsten Fragen während der Pandemie. Denn die Symptome gleichen sich teilweise. Als „eindeutiges“ Anzeichen einer SARS-CoV-2-Infektion gilt dagegen der Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn. Doch für die Delta-Variante des Virus scheint dies nicht zuzutreffen. Denn sie zeigt sich offenbar durch andere Symptome.
Die zuerst in Indien beobachtete besorgniserregende Variante B.1.617.2, auch Delta-Variante genannt, breitet sich auch in Europa immer weiter aus. Hierzulande machte sie laut einem aktuellen Bericht des Robert-Koch-Instituts bereits 6 Prozent aller Neuinfektionen aus – Tendenz steigend. Bei einer Ansteckung zeigen sich dabei offenbar häufig bestimmte Symptome, die sich von anderen Varianten sowie dem ursprünglichen SARS-CoV-2-Virus unterscheiden. Zu diesem Ergebnis kommen nun britische Wissenschaftler:innen. Demnach sind Schnupfen, Hals- und Kopfschmerzen in Großbritannien inzwischen die am häufigsten berichteten Beschwerden. Forscher:innen vermuten einen Zusammenhang mit der Ausbreitung der Delta-Variante.
Aber der Reihe nach: Für ihre Untersuchung haben Wissenschaftler:innen des Kings’s College in London Daten der sogenannten „COVID Symptom Study App“ ausgewertet. In der App können Betroffene Symptome eintragen, die wahrscheinlich in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung stehen. Während in den letzten Monaten vor allem Fieber und der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns überwogen haben, wurde den Forscher:innen zufolge zuletzt eine Veränderung deutlich. „Seit Anfang Mai haben wir uns die Top-Symptome der App-Nutzer angeschaut – und sie sind nicht mehr dieselben wie früher“, erklärt Studienleiter Tim Spector. Vor allem über den für eine Corona-Infektion meist typischen fehlenden Geruchs- und Geschmackssinn wird deutlich seltener berichtet. Stattdessen häufen sich eine laufende Nase, eine raue Kehle und Kopfschmerzen, die schwieriger als „eindeutige“ Corona-Symptome zu erkennen sind. Da inzwischen die Delta-Variante mit rund 90 Prozent aller Neuinfektionen dominiert, halten die Forscher:innen einen Zusammenhang zwischen der Ausbreitung und den veränderten Symptomen für wahrscheinlich.
Letztere seien inzwischen insgesamt etwas leichter. Vor allem für viele jüngere Menschen fühle sich die Infektion mit der Delta-Variante „eher wie eine schlimme Erkältung“ an, so Spector. Genau dies ist ihm zufolge jedoch problematisch, da Betroffene dadurch oftmals nicht wissen, dass sie ansteckend sind und dadurch auch andere Menschen infizieren.
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