Nierenprobleme wegen Menstruationstassen?
Menstruationstassen erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Denn sie stellen eine nachhaltigere Alternative zu Tampons und Binden dar. Doch auch wenn viele Produkte auf dem Markt mit ihrer Verträglichkeit punkten, können Risiken drohen, wie ein aktueller Fallbericht zu schweren Nierenproblemen wegen einer Menstruationstasse zeigt.
Menstruationstassen fangen die Flüssigkeit der Periode auf. Dafür werden die kelch- oder glockenförmigen Cups in den Scheideneingang eingeführt und mithilfe des Stiels der korrekte Sitz justiert. Je nach Stärke der Blutung muss die Tasse nach etwa drei bis vier Stunden entleert werden. Dafür wird der Boden leicht mit den Fingern zusammengedrückt, um die Tasse wieder zu entfernen. Gereinigt wird diese mit Wasser.
Das Problem: Auch wenn die Cups nicht so tief in der Scheide sitzen wie Tampons, können sie Trägerinnen beeinträchtigen. Zu den möglichen Begleiterscheinungen gehören vaginale Wunden, allergische Reaktionen, Harninkontinenz, Infektionen und toxisches Schocksyndrom. Doch damit nicht genug. So entwickelte eine Nutzerin durch das Tragen einer Menstruationstasse starke Nierenprobleme, genau eine Ureterohydronephrose, wie ein Fallbericht des Universitätsklinikums Aarhus zeigt.
Bei einer Hydronephrose kommt es zu einer Erweiterung des Nierenbeckens und der Nierenkelche. Grund dafür ist eine Harnabflusstörung im Bereich der ableitenden Harnwege. Das bedeutet, der Urin kann nicht wie gewohnt ausgeschieden werden. Staut sich dieser längerfristig auf, droht eine Niereninsuffizienz.
Harnabfluss gestört: Nierenprobleme wegen Menstruationstasse
Was war passiert? Die Anfang 30-jährige Frau klagte seit mehr als sechs Monaten über häufig wiederkehrende Schmerzen im Unterbauch sowie auf der rechten Oberkörperseite. Außerdem wurde ein gelegentliches Auftreten einer Hämaturie, bei der sich vermehrt rote Blutkörperchen im Urin sammeln, festgestellt – und zwar unabhängig von der Menstruation und dem Zeitpunkt der Schmerzen. Im Krankenhaus wurde eine Ureterohydronephrose diagnostiziert.
Diese führten die behandelnden Ärzt:innen entweder auf einen bereits früher entdeckten Nierenstein oder auf die ein- bis zweimal monatliche Nutzung einer Menstruationstasse zurück, die eine Behinderung des Harnabflusses zur Folge hatte. Weil die Beschwerden nach dem Entfernen der Tasse zurückgingen und sich zudem eine normale Form, Größe, Lage, Aktivität und Drainage der Nieren zeigte, wurden die Nierenprobleme mit der Nutzung der Menstruationstasse erklärt.
Um entsprechende Fälle künftig zu vermeiden, sollten sowohl Nutzerinnen als auch das medizinische Fachpersonal besser aufgeklärt und über mögliche Symptome und Komplikationen informiert werden. Denn bereits in zwei Studien Ende 2024 berichteten Patientinnen vielfach über Probleme rund um die Verwendung der Tassen. Hinzukamen Schwierigkeiten in Verbindung mit Spiralen, die zur Verhütung genutzt und unter Anwendung der Cups teilweise ausgestoßen wurden.
Achtung: Auch bei der Nutzung von Tampons kann Vorsicht geboten sein.
Das könnte dich auch interessieren
Mehr aus dieser Kategorie
Indikationscheck Schwangerschaftshochdruck: Das sind die Mittel der Wahl
Bis zu 15 Prozent der Schwangeren entwickeln eine Hypertonie. Da diese unbehandelt sowohl die Mutter als auch das Ungeborene gefährden …
GLP-1-Rezeptoragonisten senken Krebssterblichkeit
Glucagon-like-Peptid (GLP-1)-Rezeptoragonisten wie Semaglutid und Co. haben verschiedene positive Effekte, allem voran eine Senkung des Blutzuckerspiegels sowie eine Appetitverminderung. Daneben …
Rhinitis und Migräne = (K)ein Zusammenhang?
Migräne kann für Betroffene zur regelrechten Zerreißprobe werden, denn die Lebensqualität ist bei einer Attacke mitunter stark eingeschränkt. Treffen kann …












