Schlaganfall: Koffein als Trigger?
Bis zu rund 300.000 Menschen jährlich erleiden hierzulande einen Schlaganfall. Zwar sind in der Regel ältere Menschen betroffen doch auch tausende jüngere Patient:innen. Bei ihnen könnte Koffein ein Trigger für einen Schlaganfall sein, wie Forschende zeigen.
Vor einigen Monaten kam es zu einem Fallbericht, bei dem der übermäßige Konsum eines Energydrinks zu einem Spasmus im Gehirn und dadurch zu einem Schlaganfall geführt hat. Nun zeigen Forschende, dass generell mit dem Konsum von Koffein das Auftreten eines Schlaganfalls verbunden sein kann. Das gilt insbesondere bei jüngeren Menschen, bei denen die Zahl der Schlaganfälle – genau der kryptogenen ischämischen Schlaganfälle – steigt. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung an den University Hospitals of North Midlands in Großbritannien.
Bei einem kryptogenen ischämischen Schlaganfall (Cryptogenic Stroke) handelt es sich um einen Hirninfarkt, dessen Ursache trotz gründlicher medizinischer Diagnostik unklar ist.
Koffein als Trigger für Schlaganfall mit unklarer Ursache
„Erhöht der Konsum koffeinhaltiger Getränke kurzfristig das Risiko für einen kryptogenen ischämischen Schlaganfall bei jüngeren Erwachsenen?“ – Um diese Frage ging es in der Untersuchung, für die mehrere hundert Menschen mit einem Altersdurchschnitt von 39 Jahren berücksichtigt wurden. Alle hatten einen kryptogenen Schlaganfall erlitten und wurden zu ihrem Getränkekonsum befragt. Dabei standen vor allem die letzten Stunden vor dem Ereignis im Fokus. Verglichen wurde, ob kurz vor dem Schlaganfall beispielsweise mehr Koffein zu sich genommen wurde als üblich und wenn ja, welchen Einfluss dies hatte.
Das Ergebnis: Viele Patient:innen hatten kurz vor dem Ereignis ungewöhnlich viel Koffein konsumiert, was wiederum den Schlaganfall begünstigt haben könnte. So war das Risiko vor allem kurz nach dem Konsum von Koffein – in der Regel Kaffee – deutlich erhöht, innerhalb der ersten Stunde, wenn die maximale Plasmakonzentration erreicht ist, beispielsweise um bis zu 73 Prozent. Auch unter Tee und Cola stieg die Gefahr, mitunter sogar noch deutlicher, allerdings wurden entsprechende Getränke generell seltener konsumiert.
Daher lautet das Fazit, dass Koffein als Trigger für einen Schlaganfall unklarer Ursache bei jungen Menschen fungieren könnte. Die möglichen Hintergründe sind noch nicht klar. Fest steht jedoch, dass zu viel Koffein unter anderem zu Bluthochdruck führen kann. Grund dafür ist vermutlich eine Blockade des Adenosin-Rezeptors, wodurch die gefäßerweiternde Wirkung von Adenosin gehemmt wird. Hinzukommt, dass Koffein die Freisetzung von Katecholamin, Renin und Aldosteron stimuliert, sodass die Herzleistung und der periphere Gefäßwiderstand ansteigen.
Ein kausaler Zusammenhang zwischen Koffein und dem Auftreten eines Schlaganfalls ist den Forschenden zufolge jedoch damit noch nicht belegt. Stattdessen könnten auch weitere Einflussfaktoren eine Rolle gespielt haben. Hinzukommt, dass Ungereimtheiten in den Befragungsdaten möglich sind, weshalb klinische Studien erforderlich sind.
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