Neuropathische Schmerzen: Ambroxol-Creme aus der Rezeptur
Ambroxol kommt nicht nur bei verschleimtem Husten, sondern auch bei neuropathischen Schmerzen zum Einsatz. Dazu wird der Wirkstoff nicht oral eingenommen, sondern in topischen Zubereitungen verarbeitet – auch in der Rezeptur als Ambroxol-Creme.
Ambroxol werden Sekretolyse-ergänzende Effekte aufgrund einer Blockade der spannungsabhängigen Natriumkanäle zugesprochen. Außerdem kann der Arzneistoff neurogene Entzündungen mindern. Ambroxol besitzt auswurffördernde, antioxidative, entzündungshemmende und schleimlösende Eigenschaften. Zudem zeigen Studien, dass Ambroxol die Konzentration verschiedener Antibiotika wie beispielsweise Amoxicilin und Cefuroxim erhöhen kann. Außerdem werden dem Arzneistoff lokalanästhetische Eigenschaften durch eine Blockade der Natriumkanäle an C-Fasern zugesprochen. Daher kann Ambroxol auch bei Halsschmerzen angewendet werden.
Mittel der Wahl bei neuropathischen Schmerzen sind unter anderem einige Antidepressiva wie Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, aber auch Gabapentinoide und andere Antiepileptika. Topisch kommen Lidocain- und Capsaicin-Pflaster zum Einsatz. Aber auch eine 20-prozentige Ambroxol-Creme kann Linderung verschaffen. Grund ist die lokalanästhetische Wirkung. Der Natriumkanalblocker konnte in Studien eine stärkere Wirkung im Vergleich zu Lidocain zeigen.
Ambroxol-Creme: Herstellung in Kombi mit DMSO
Wird in der Apotheke eine Ambroxol-Creme hergestellt, kommt in der Regel Ambroxolhydrochlorid zum Einsatz. Das weiße, mitunter leicht gelbliche, kristalline Pulver zeigt in Wasser keine ausreichende Löslichkeit, weshalb der Wirkstoff in halbfesten Zubereitungen suspendiert vorliegt. Für die Herstellung einer topischen Zubereitung sollte der Wirkstoff vorab fein verrieben oder sehr fein gepulvert werden. Alternativ sollte der Dreiwalzenstuhl zum Einsatz kommen.
Das DAC/NRF liefert bereits seit einigen Jahren einen Rezepturhinweis für eine Ambroxol-Creme (20 Prozent) in Kombination mit Dimethylsulfoxid (10 Prozent) in Linola oder Basiscreme DAC als Grundlage. Möglich ist die Herstellung in der Fantaschale, aber auch im automatischen Rührsystem. Da beispielsweise im Topitec keine Teilchenzerkleinerung stattfindet und feinkristalline Substanzen wie Ambroxolhydrochlorid durch den Mischvorgang nicht „gemahlen“ werden, ist durch die Inprozesskontrolle sicherzustellen, dass keine Partikel sichtbar – spürbar – sind. Ist dies der Fall, ist eine weitere Bearbeitung im Dreiwalzenstuhl nötig.
Verarbeitung im Topitec
Wepa liefert eine Anleitung für die Herstellung im Topitec für die Zubereitung: Ambroxolhydrochlorid 20 Prozent, Mittelkettige Triglyceride 10 Prozent in Linola. Wird Ambroxolhydrochlorid vor der Herstellung fein verrieben oder sehr fein gepulvert, kann im Sandwichverfahren gearbeitet werden – Ambroxolhydrochlorid und Mittelkettige Triglyceride in einer Schicht im Sandwichverfahren einwiegen. Bei erkennbaren Partikeln Zubereitung im Anschluss mehrfach mit dem Dreiwalzenstuhl bearbeiten. Ein erneuter Mischvorgang würde keine Veränderung herbeiführen, gibt Wepa zu bedenken.
Außerdem wird eine Anleitung für die Herstellung mit Basiscreme DAC als Grundlage geliefert. Es wird empfohlen, sehr fein gepulvertes Ambroxolhydrochlorid in DMSO zu suspendieren. Dies ist in der Kruke möglich. Dazu kann mit einem Glasstab umgerührt und der Wirkstoff suspendiert werden. Im Anschluss wird Basiscreme DAC vorsichtig eingewogen werden.
Die Drehzahl sollte auf 1.000 UpM reduziert werden, die Mischdauer richtet sich nach der verwendeten Krukengröße. Beim Mischen wird die Rezeptur leicht warm. Ursache ist ein exothermer Prozess von DMSO in der Wasserphase der Creme. Zudem kann die Zubereitung nach dem Mischen physikalisch instabil erscheinen. Daher sollte eine kurze Wartezeit vor der Bearbeitung mit dem Dreiwalzenstuhl eingeplant werden.
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