Neue Neem-Pflege: Natüür setzt auf PTA
Mit Natüür hält eine neue Kosmetikmarke Einzug in die Apothekenfreiwahl. Produkte auf Basis des Neem-Baumes sollen bei Hauterkrankungen wie Psoriasis oder Schuppenflechte eingesetzt werden. Dahinter steckt die Münchener Firma Azadivine, ein Start-up, das mit einem patentierten Wirkstoffkomplex, Eigenproduktion und einem erfahrenen Pharmamanager seinen Platz in der Offizin finden will.
In einem Büro in München arbeitet Andreas Bergmann mit sieben Kolleginnen und Kollegen an der Zukunft von Natüür. Seit September 2025 ist der ehemalige Aliud-Geschäftsführer federführend für das Start-up tätig. Er soll die medizinische Hautpflege in die Apotheken bringen. Noch steht das Team am Anfang. „Bei 60 Prozent aller Großhändler sind wir bereits gelistet“, sagt er. Direktbestellungen sind möglich und bald soll über den Webshop auch eine Vor-Ort-Apotheke ausgesucht werden können.
Natüür vertreibt aktuell elf Produkte. Topseller sind ein Kopfhaut-Tonikum, ein Nagelbalsam und die Cream forte. Fünf Neueinführungen sind zeitnah geplant wie eine getönte Tagescreme oder ein Shampoo. Alle Produkte beinhalten den Wirkstoffkomplex Neemavera, der aus den Blättern des Neem-Baumes hergestellt wird. Eine In-Vitro-Studie von Dermatest zeigt laut Firmenangaben positive Effekte auf entzündete und oxidativ gestresste Hautzellen haben.
Mega-Plantage mit Neem-Bäumen
Die Geschichte des Wirkstoffkomplexes ist mit dem Firmengründer Laurenz Vorderwülbecke verbunden, dessen Familie in Paraguay eine Neem-Baum Plantage in der Größe von 15.400 Fußballfeldern besitzt. Der Sohn des bayerischen Investors Martin Vorderwülbecke wusste um die Eigenschaften der Pflanze und begann wegen der Psoriasis-Erkrankung eines Freundes mit der Entwicklung der Pflegekosmetik. Mit finanzieller und fachlicher Unterstützung des Familienverbundes entstand Natüür.
Hergestellt werden die Produkte in Deutschland. Enthalten sind laut eigenen Angaben nur die nötigsten Inhaltstoffe, verzichtet wird auf Parabene, Silikone und Polyethylenglycol sowie Mikroplastik oder austrocknenden Alkohol. Beworben werden sie im Handel und in Arztpraxen. „Ärzte sind wichtig, aber auch PTA und Apotheken. Teilweise gehen die Menschen gar nicht mehr in die Praxis“, sagt Bergmann. Ein Grund seien die langen Wartezeiten etwa bei Dermatologinnen und Dermatologen.
Pröbchen für PTA
Gerade PTA zeigten im Kundengespräch eine sehr große Empathie, sagt er. „Sie versuchen alles, egal wie komplex das Problem ist und sind lieb. PTA sind tolle Botschafter, auf die man hört und die voller Überzeugung Produkte empfehlen.“ Die pharmazeutischen Fachkräfte sollen mit Werbung und Mustern angesprochen werden. Auch Pflegedienste werden anvisiert. „Wir sind momentan in der Investitionsphase und freuen uns über jede Nachfrage.“
Bergmann ist davon überzeugt, dass Kosmetik wie natüür in die Apotheke gehört und dort Platz hat. „Alle Kunden mit Störungen der Hautbarriere landen früher oder später in der Apotheke.“ In der Offizin spürt er Interesse. „Das erste Feedback der PTA zu unseren Produkten ist durchgängig positiv.“ Perspektiv soll auch ein Medizinprodukt in das Sortiment aufgenommen werden, denn wegen der Kategorie Kosmetikum sei die Werbung mit dem Wirkstoff eingeschränkt.
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