Metformin zur Long/Post-Covid-Prophylaxe: Was gilt?
Vier Arzneimittel sind im Off-Label-Use zur Behandlung von Long/Post-Covid verordnungsfähig. Ein Beispiel ist Metformin. Bei der Verschreibung sind bestimmte Vorgaben zu beachten.
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat vor kurzem die Voraussetzungen für die Verordnungsfähigkeit von vier Wirkstoffen durch eine Ergänzung der Arzneimittel-Richtlinie geregelt. Ivabradin, Metformin, Agomelatin und Vortioxetin können Off-Label als Behandlungsoptionen bei Long/Post-Covid infrage kommen. Ivabradin kann außerdem auch bei der postinfektiösen Myalgischen Enzephalomyelitis/dem Chronischen Fatigue-Syndrom (ME/CFS) verordnet werden.
Metformin bei zur Long/Post-Covid-Prophylaxe
Metformin gehört zu den Biguaniden und wird zur Behandlung von Typ-2-Diabetes angewendet. Angezeigt ist der Wirkstoff vor allem bei übergewichtigen Patient:innen, wenn Diät und Gewichtsreduktion trotz körperlicher Aktivität keine ausreichende Einstellung des Blutzuckerspiegels erzielen. Metformin kann die Insulinresistenz verbessern. Der Arzneistoff hemmt die Glukosebildung in der Leber und verzögert deren Aufnahme im Darm. Im Gegenzug wird die Aufnahme von Blutglukose in die Muskelzellen verstärkt. Die Insulinausschüttung ist vermindert, das Hungergefühl nimmt ab und die Betroffenen verlieren Gewicht.
Im Off-Label-Use kann Metformin zur Prophylaxe von Long/Post-Covid eingesetzt werden. Möglich ist das innerhalb von drei Tagen nach Diagnosestellung einer akuten SARS-CoV-2-Infektion bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 16 Jahren, bei denen der Risikofaktor „Übergewicht/Adipositas (BMI >25)“ vorliegt und die Covid-19-Symptome weniger als sieben Tage vorhanden sind.
Die Behandlungsdauer beträgt 14 Tage nach folgendem Dosierschema:
- Tag 1: einmal täglich 500 mg
- Tag 2 bis 5: zweimal täglich 500 mg
- Tag 6 bis 14: 500 mg morgens, 1000 mg abends
Ärzt:innen und Ärzten müssen im Off-Label-Use die jeweiligen wirkstoffbezogenen Regelungen – beispielsweise zu Dosierung und Behandlungsdauer beachten.
Bereits 2023 haben Forschende untersucht, ob eine frühe Behandlung von SARS-CoV-2 mit Metformin Long Covid verhindert. Forschende der Abteilung für allgemeine innere Medizin der Universität von Minnesota in Minneapolis (USA) haben den Einsatz von Metformin, Ivermectin oder Fluvoxamin zur Behandlung von Long Covid untersucht. Für die Analyse wurden 1125 Erwachsene zwischen 30 und 85 Jahren herangezogen. Alle Teilnehmenden hatten Übergewicht oder Adipositas und waren mit Corona infiziert, hatten jedoch weniger als sieben Tage Symptome. Das Ergebnis: Am wirksamsten scheint Metformin vor Long-Covid zu schützen. So wurde in der Metformin-Gruppe ein Rückgang der Inzidenz von Long Covid um 42 Prozent im Vergleich zur verblindeten Kontrollgruppe festgestellt, heißt es von den Forschenden. Demnach erhielten in der entsprechenden Verumgruppe 6,3 Prozent eine Long-Covid-Diagnose, wohingegen es in der Kontrollgruppe 10,6 Prozent waren.
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