Mehr Flexibilität beim Corona-Impfstoff: Ärzt:innen fordern Einzeldosen
Die Neuinfektionen steigen, die Impfkampagne stockt: Wir befinden uns bereits mitten in der vierten Welle der Corona-Pandemie. Während Impfstoffdosen in anderen Ländern weiter knapp sind, drohen sie hierzulande zu verfallen. Das soll sich künftig ändern, und zwar durch Corona-Impfstoff als Einzeldosen, fordert die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein. (KVNO).
Monatelang waren die Impfstoffe gegen das Coronavirus knapp und Impftermine heiß begehrt. Inzwischen sind ausreichend Dosen vorhanden, um allen Impfwilligen ein Impfangebot zu machen. Mehr noch: Ab September sollen offiziell die Auffrischungsimpfungen für bestimmte Personen starten, wie die Gesundheitsminister:innen von Bund und Ländern Anfang August entschieden haben. „In einem zweiten Schritt können wir dann darüber nachdenken, auch allen anderen eine Auffrischimpfung anzubieten. Eine Boosterimpfung ist von den Zulassungen gedeckt, sie verstärkt und verlängert den Impfschutz“, erklärte Gesundheitsminister Jens Spahn kürzlich gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Genügend Impfstoff sei dafür in jedem Fall vorhanden.
Um diesen jedoch nicht zu verschwenden, sondern möglichst effizient zu nutzen, fordert die KVNO mehr Flexibilität. Und die beginnt laut KVNO-Chef Dr. Frank Bergmann bereits bei der Impfstoffbestellung. „Mitunter genügen auch ein oder zwei Dosen, es muss nicht immer ein Impf-Sechserpack sein“, erklärt er und bringt für den Corona-Impfstoff künftig Einzeldosen ins Spiel. Damit könnten die Praxen einfacher und zielgenauer planen. „Es muss daher möglich sein, dass jede niedergelassene Ärztin und jeder niedergelassene Arzt bald schon einzelne Impfdosen statt nur Vials für gleich sechs Impfungen bestellen kann – auch um unnötigen Verwurf von Impfstoffdosen zu verhindern.“
Denn laut Umfrageergebnissen des Zentralinstituts für kassenärztliche Versorgung müssen rund 5 Prozent der an die Praxen gelieferten Vials Ende August unverimpft entsorgt werden. „Diese Zahlen belegen zusätzlich noch einmal, wie wichtig es sein wird, dass Praxen so zeitnah wie möglich die Freiheit bekommen, mit kleineren Impfmengen bzw. Einzeldosen zu planen zu können.“
Der Haken: Bisher stehen beim Corona-Impfstoff keine Einzeldosen zur Verfügung. Und bis es soweit ist, dürfte es auch noch dauern. Laut Bergmann haben die Hersteller Moderna und BioNtech/Pfizer bereits mitgeteilt, dass Einzelampullen frühestens in einigen Monaten hergestellt würden. „Das ist unserer Ansicht nach zu lang. Hier sehen wir Politik und die Hersteller selbst in der Pflicht, zu schnelleren Ergebnissen zu kommen. Wir benötigen die Einzeldosen bereits zu einem deutlich früheren Zeitpunkt.“
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