Lieferengpass wegen Coronavirus? BfArM fragt nach
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ist in Sorge: Das Coronavirus könnte zu lebensbedrohlichen Lieferengpässen bei 48 versorgungsrelevanten Wirkstoffen führen. Denn vom Ausbruch des Virus in China sind auch Mitarbeiter zahlreicher Wirkstoffhersteller betroffen. Wie ernst die Lage ist, will das BfArM vom Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) wissen. Das geht aus einer E-Mail hervor, die APOTHEKE ADHOC vorliegt.
„Trotz ‚beruhigender‘ Aussagen des Bundesgesundheitsministers hinsichtlich der Sachlage zum Coronavirus sieht man auf Seiten des BfArM gewisse zusätzliche Gefahren an anderer Stelle“, heißt es in der Mail. Denn: In weiten Teilen Chinas und insbesondere im Ort des ersten Virus-Ausbruchs, der zentralchinesischen Metropole Wuhan, stehen Millionen Menschen unter Quarantäne und können somit nicht zur Arbeit gehen. Auch nicht zu den zahlreichen Wirkstoffherstellern der Region. „Aufgrund des Ausbruchs des Corona-Virus könne nicht ausgeschlossen werden, dass es zum Beispiel durch Zwangsferien, Quarantänen und Unterbrechungen von Lieferwegen zu Lieferengpässen von Arzneimitteln kommen könnte“, gibt der BPI die Anfrage des BfArM wieder.
Die Recherche des BfArM habe ergeben, dass für 19 Arzneimittel ein Wirkstoffhersteller in der Stadt Wuhan, dem Epizentrum des Corona-Virus, gemeldet sei. 17 Wirkstoffe seien als versorgungsrelevant eingestuft. Für die Provinz Hubei sind insgesamt 136 Arzneimittel angegeben, deren Wirkstoffhersteller dort ihren Sitz haben – von denen sind 48 als versorgungsrelevant eingestuft.
Das BfArM hat den BPI angefragt, inwiefern Informationen vorliegen, ob es zu Versorgungslücken kommen kann, welche Wirkstoffe möglicherweise betroffen sind und ob gegebenenfalls schon Gegenmaßnahmen geplant oder durchgeführt worden sind, zum Beispiel der Wechsel des Wirkstoffherstellers.
In der Provinz Hubei steht derzeit das öffentliche Leben still. Millionen Menschen sind angehalten, ihre Wohnungen nicht zu verlassen, Betriebe und öffentliche Einrichtungen sind außer Betrieb. Die Zwangsferien für Kindergärten, Schulen und Universitäten wurden jüngst bis zum 2. März verlängert.
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