Koffein: Der Turbo im Schmerzmittel
Koffein macht wach und fördert die Leistungsfähigkeit. Aber das Xanthin kann noch mehr. Es ist der Turbo, wenn es um die Wirkung von Schmerzmitteln geht. Koffein lässt Schmerzmittel wie Ibu und Co. nicht nur schneller wirken, sondern auch stärker.
Koffein wird im Schmerzmittel als Wirkverstärker eingesetzt. In Kombination mit Ibuprofen zeigt sich, dass das Analgetikum schneller und besser im Blut ankommt, als wenn es allein verabreicht wird. So kann bei gleicher Schmermitteldosis der Wirkeffekt verstärkt werden. Koffein wird mit verschiedenen Analgetika kombiniert. Bekannt ist das Trio aus Paracetamol, Acetylsalicylsäure und Koffein sowie die Duos Ibuprofen und Koffein sowie Acetylsalicylsäure und Koffein.
Schmerzmittel: Koffein als Co-Analgetikum
Der Schwerpunkt von Dr. Thomas Weiser (Sanofi-Aventis) liegt auf der Pharmakokinetik und Pharmakodynamik von Koffein-haltigen Analgetika. Für den Experten liegen die Vorteile auf der Hand. Wirksamkeitsstudien zeigen, dass Analgetika in Kombination mit Koffein eine schnellere und stärkere Wirkung sowie eine höhere Responderrate aufweisen als Analgetika ohne Koffein. Dabei ist die Wahl des Analgetikums unabhängig.
Wie viel Koffein ist nötig? 100 bis 130 mg Koffein sollten als zusätzliche Komponente enthalten sein. Für niedrige Dosen wurde kein Effekt nachgewiesen und höhere Dosen gehen nicht mit einer höheren Effektstärke einher.
Was kann das Koffein?
Primärer Wirkmechanismus des Koffeins als Comedikation in Schmerzmitteln ist die Hemmung von Adenosin-Rezeptoren des schmerz-sensorischen Systems. Denn Koffein kann die Blut-Hirn-Schranke überwinden und so antagonistisch an den Adenosin-Rezeptoren angreifen. Die Antwort auf Schmerzreize wird gedämpft.
Dann trinke ich einen Kaffee zur Tablette!
Gute Idee, aber die Wirkverstärkung ist nicht garantiert. Denn der Turbo wird nur in der richtigen Konzentration gezündet und der Koffeingehalt der verschiedenen Kaffeezubereitungen variiert. „Kaffee zum Kopfschmerzmittel ist kein berechenbarer Wirkungsverstärker“, so Weiser. 52 ml Kaffee aus der Pattisserie Francaise haben 322 mg Coffein, 23 ml Espresso Little Italy können 129 mg und somit die richtige Dosis Koffein vorweisen. Der Espresso einer beliebten Kaffeehauskette kommt bei 27 ml gerade einmal auf 51 mg Koffein.
Das Fazit: Koffein-haltige Schmerzmittel wirken stärker, schneller und bei einem höheren Anteil der Patienten als solche ohne Koffein. Und dabei kommt es auf die richtige Dosis an.
Willst du immer auf dem Laufenden sein und keine Nachricht mehr verpassen? Dann melde dich für unseren wöchentlichen Newsletter hier an ?.
Das könnte dich auch interessieren
Mehr aus dieser Kategorie
Ciprofloxacin: Update zur Einnahme
Für Fluorchinolone gelten zahlreiche Anwendungsbeschränkungen und doch werden die Arzneistoffe noch immer häufig verordnet. Ein Beispiel ist Ciprofloxacin. In einigen …
Kochsalz statt Cortison: Nasenspray gegen Schlafapnoe?
Schlafprobleme gehören bei vielen Menschen zum Alltag. Bei einigen gehen diese jedoch über einen unruhigen Schlaf oder längere Einschlafzeiten hinaus. …
Abschwellende Nasensprays nicht mit MAO-Hemmern
Abschwellende Nasensprays sollten nicht länger als sieben Tage am Stück angewendet werden, da sonst ein Abhängigkeitsrisiko besteht. Aber bei der …












