Impfnachweise: Handelsblatt deckt Sicherheitslücke auf
Seit gestern Mittag können Apotheken keine digitalen Impfnachweise mehr ausstellen. Der DAV erklärt warum – das Handelsblatt hat „mithilfe von professionell gefälschten Dokumenten einen Gastzugang für einen nicht existierenden Apothekeninhaber erzeugt.“
„Derzeit können über den DAV-Server keine Impfzertifikate ausgestellt werden. Grund dafür ist eine Sicherheitslücke, die das Handelsblatt mithilfe gefälschter Dokumente gefunden hat“, teilt der DAV mit. „Wir arbeiten bereits an einer zeitnahen Lösung und auf dem Server ist eine entsprechende Fehlermeldung eingestellt.“
Zu Beginn konnten nur Apotheken, deren Inhaber:innen Mitglieder in den Landesapothekerverbänden sind, über das DAV-Portal digitale Impfnachweise ausstellen. Der Ärger unter den Nichtmitgliedern war groß und es wurde die Möglichkeit des Gastzuganges geschaffen. Und genau dieser wurde nun zur Sicherheitslücke.
Wie der DAV mitteilt, hat sich das Handelsblatt „mithilfe von professionell gefälschten Dokumenten einen Gastzugang für einen nicht existierenden Apothekeninhaber erzeugt.“ Dazu wurden eine gefälschte Betriebserlaubnis und ein gefälschter Bescheid des Nacht- und Notdienstfonds vorgelegt und unter der gefälschten Apotheken-Identität zwei Impfzertifikate ausgestellt, so der DAV.
Nach einer entsprechenden Info durch das Handelsblatt hat der DAV gestern Nachmittag in Rücksprache mit dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) die Ausstellung von Zertifikaten gestoppt. So sollte zur ohnehin mehrfach pro Woche laufenden Überprüfung der über Gastzugänge angemeldeten Betriebsstätten eine weitere Prüfung vorgenommen werden. „Diese hat bis zum heutigen Donnerstagmittag keine Hinweise auf andere unberechtigte Zugänge ergeben, deren Erstellung in betrügerischer Absicht nur mit erheblichem Aufwand und krimineller Energie denkbar ist.“ Es könne also davon ausgegangen werden, dass die über 25 Millionen Impfzertifikate, die bisher über Apotheken ausgestellt worden sind, alle von rechtmäßig registrierten Apotheken ausgestellt wurden.
„Es wird geprüft, ob bzw. welche zusätzlichen Sicherheitsmechanismen gegen Missbrauch implementiert werden können oder sollen. Wann die Ausstellung von Zertifikaten wieder aufgenommen wird, steht noch nicht fest, der DAV befindet sich im engen Austausch mit dem Bundesgesundheitsministerium“, heißt es weiter.
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