Herzpatient:innen: Clopidogrel schlägt ASS
Acetylsalicylsäure (ASS) gehört neben anderen nicht-steroidalen Antitheumatika (NSAR) zu den Mitteln der Wahl, um Schmerzen und/oder Fieber zu lindern. Daneben findet der Wirkstoff außerdem Anwendung bei Herzpatient:innen. Doch wie Forschende herausgefunden haben, schlägt in dieser Indikation Clopidogrel die Wirkung von ASS.
Ein Forscherteam aus Korea hat in einer Studie die Wirksamkeit von ASS mit der von Clopidogrel bei Herzpatient:innen verglichen. Genau wurde überprüft, ob und wie sich die Effekte einer Langzeittherapie mit den Wirkstoffen bei Personen unterscheidet, die nach Einsetzen eines Herzkatheters und Stents damit behandelt wurden. Denn bisher sei weiterhin unklar, welche die optimale Strategie zur langfristigen Thrombozytenaggregationshemmung bei entsprechenden Patient:innen ist, heißt es von den Autor:innen.
Mehr als 5.500 Patient:innen wurden in der Studie berücksichtigt, alle mit einem erhöhten Risiko für wiederkehrende ischämische Ereignisse wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Tod. Die Teilnehmenden erhielten entweder einmal täglich 75 mg Clopidogrel oder 100 mg ASS.
Wirkstoffcheck
ASS hemmt die Cyclooxygenase-1 (COX-1). In der Dosierung zu 100 mg kommen Arzneimittel mit dem NSAR zur Standardtherapie von instabiler Angina pectoris oder akutem Myokardinfarkt sowie zur Reinfarktprophylaxe oder nach arteriellen gefäßchirurgischen Eingriffen zum Einsatz. In niedrigen Dosierungen von 75 bis 300 mg hemmt ASS irreversibel die Thrombozytenaggregation, während in Dosierungen von 500 mg bis 1.000 mg die schmerzstillende Wirkung überwiegt.
Clopidogrel gehört zu den Thrombozytenaggregationshemmern. Eingesetzt werden Arzneimittel mit dem Wirkstoff vor allem, um atherothrombotischen und thromboembolischen Ereignissen vorzubeugen sowie zur Therapie nach einem Herzinfarkt, ischämischen Schlaganfall und bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit. Grundlage für die Wirkung ist die Hemmung der Adenosindiphosphat-abhängigen Thrombozytenaktivierung. Clopidogrel gehört zudem zu den photosensibilisierenden Wirkstoffen.
Clopidogrel wirksamer als ASS?
Nach einer Nachbeobachtungszeit von 2,3 Jahren zeigte sich: Während unter ASS bei 6,6 Prozent der Patient:innen Ereignisse wie Schlaganfall und Co. auftraten, waren unter Clopidogrel nur 4,4 Prozent betroffen. Vor allem das Risiko für Herzinfarkte wurde unter Clopidogrel deutlich gesenkt. Auch das Sterberisiko fiel geringer aus – 70 versus 50 Patient:innen. Im Vergleich zu ASS kam es dabei nicht häufiger zu unerwünschten Ereignissen.
Somit schlägt Clopidogrel die Wirkung von ASS bei Herzpatient:innen und konnte das Risiko für Schlaganfälle, Herzinfarkte und Co. effektiver senken, so das Fazit der Autor:innen.
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