Gürtelrose: Stress als Auslöser?
Gürtelrose gehört hierzulande zu den häufigsten Erkrankungen und betrifft pro Jahr mehrere hunderttausend Patient:innen. Verschiedene Faktoren können die Erkrankung auslösen. So gilt auch Stress als Auslöser von Gürtelrose.
Zur Erinnerung: Ursache für eine Gürtelrose ist in der Regel eine frühere Windpockenerkrankung. Denn kommen Betroffene einmal mit Varizella zoster – einem Herpesvirus vom Typ 3 – in Kontakt, verbleibt das Virus nach überstandener Infektion in den Ganglien, wenn auch inaktiv. Doch es kann jederzeit zu einer Reaktivierung kommen, die wiederum zu einer Gürtelrose-Erkrankung führt. Dafür gibt es verschiedene Auslöser und Risikofaktoren, beispielsweise zunehmendes Alter, ein geschwächtes Immunsystem oder ähnlich wie bei einer Infektion mit Herpes simplex-Viren vom Typ 1 – Lippenherpes – auch UV-Strahlung. Und auch Stress gilt als Auslöser von Gürtelrose. Das sind die Gründe.
Gürtelrose: Dauerhafter Stress reaktiviert Varizella zoster
Bei zunehmendem Stress gerät der Körper in eine Art Alarmzustand. Das bedeutet, es werden verstärkt Stresshormone wie Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin ausgeschüttet, um den Körper bereit zu machen, die entsprechende Situation zu bewältigen, beispielsweise sich zu fokussieren und zu konzentrieren. Doch auf Dauer kann die erhöhte Energiebereitstellung nicht durchgehalten werden. Statt Energie macht sich Erschöpfung breit und das Risiko für Infektionen steigt.
Der Grund: Das Immunsystem und die Bildung von Abwehrzellen werden nach einer kurzzeitigen Aktivierung durch akuten Stress anschließend wieder vermindert. Weil zugleich die Entzündungsregulierung aus dem Gleichgewicht geraten ist, kann das Immunsystem keine ausreichende Schutzfunktion mehr aufrechterhalten. Die Folge: Das im Körper verbliebene Varizella zoster-Virus kann reaktiviert werden, über die Nervenbahnen zur Haut wandern und dort für die typischen Beschwerden einer Gürtelrose-Erkrankung sorgen. Dazu gehört ein schmerzhafter Hautausschlag mit Bläschen, der lokal begrenzt auftritt – meist im Bereich von Rücken oder Brustkorb –, aber auch Auge, Ohr, Oberkiefer oder den Genitalbereich betreffen kann. Gürtelrose tritt meist nur einmal im Leben auf, in einigen Fällen sind jedoch wiederkehrende Erkrankungen möglich.
Behandelt wird mit Schmerzmitteln sowie in einigen Fällen auch mit einer antiviralen Therapie in Form von Präparaten mit Aciclovir, Valaciclovir und Co. Die Behandlung sollte dabei möglichst frühzeitig, 72 Stunden nach Symptombeginn, eingeleitet werden, insbesondere bei schweren Verläufen und Risikopatient:innen.
Achtung: Dauern die Beschwerden einer Gürtelrose-Erkrankung nach überstandener Infektion länger als drei Monate an, ist von einer Post-Zoster-Neuralgie oder auch postherpetische Neuralgie die Rede, die rund ein Drittel der Patient:innen betreffen und mitunter sogar Jahre andauern kann.
Das könnte dich auch interessieren
Mehr aus dieser Kategorie
Weiß, rau, rissig: Verfärbung bei Dolo-Dobendan
Werden „die grünen Halsschmerztabletten“ in der Apotheke verlangt, ist in der Regel Dolo-Dobendan (Cetylpyridiniumchlorid/Benzocain, Reckitt Benckiser) gewünscht. Bei den Lutschtabletten …
Qaialdo: Spironolacton-Suspension als Fertigarzneimittel
Mit Qaialdo (Apo-Care) kommt eine Spironolacton-Suspension in pädiatrischer Dosierung in die Apotheken. Das Fertigarzneimittel kann bereits ab dem Säuglingsalter eingesetzt …
Vitamin D: Tinnitus durch Mangel?
Rund drei Millionen Menschen leiden hierzulande dauerhaft oder wiederkehrend unter Ohrgeräuschen wie Klingeln, Pfeifen, Piepen oder Rauschen. Die Rede ist …














