Fiebersaft/-zäpfchen: Mehr als jede zweite Apotheke ausverkauft
Mehr als jede zweite Apotheke hat derzeit keine Fiebersäfte/-zäpfchen vorrätig, wie eine aposcope-Blitzbefragung unter Apotheker:innen und PTA zeigt. Mehr noch: Jede zweite Nachfrage kann nicht bedient werden. Und auch bei weiteren Arzneimitteln müssen die Kolleg:innen derzeit passen.
Von allen Rezepten oder Nachfragen über Fiebersäfte/-zäpfchen sind im Median 50 Prozent von Lieferengpässen betroffen. Die Kolleg:innen können im Median die Hälfte aller Anfragen – mit und ohne Rezept – nicht (angemessen) versorgen.
Fiebersaft ausverkauft: Was sind die Alternativen?
Und auch die Alternativen sind knapp – 45 Prozent der Befragten schicken die Betroffenen ohne einen Lösungsvorschlag nach Hause. Knapp sieben von zehn Kolleg:innen verweisen immer bis gelegentlich an eine andere Apotheke. 96 Prozent der befragten Kolleg:innen stellen generell Rezepturen her – davon setzen knapp drei von zehn immer bis oft auf eine Rezeptur als Alternative im Falle eines Engpasses. Fest steht: Die Rezepturherstellung kann Lieferengpässe nicht weitestgehend abfedern – sagen vier von fünf Kolleg:innen.
Neben Fiebersäften sind weitere Arzneimittel nicht lieferbar. Dazu gehören Antibiotika, die bei 9 Prozent der Befragten gar nicht und bei 66 Prozent kaum vorhanden sind. Außerdem fehlen Elektrolyte, deren Schübe bei 46 Prozent der Kolleg:innen leer und bei weiteren 36 Prozent Mangelware sind.
Aggression und Verzweiflung bei Kund:innen
Und wie reagieren die Kund:innen auf Lieferengpässe? aposcope hat die Antwort. „Rund ein Drittel der Befragten nimmt die Kundschaft als informiert wahr. Ebenso viele erhalten verständnisvolle Reaktionen und etwa zwei von zehn Befragten erleben aggressive – knapp 30 Prozent sogar panische Kundschaft.“ Hinzu kommt, dass 94 Prozent der Apotheker:innen und PTA angeben, dass sich täglich verzweifelte Menschen melden, die auf der Suche nach ihrem Arzneimittel diverse Apotheken kontaktieren.
Keine Besserung in 2023
In puncto Lieferengpässen fühlen sich 98 Prozent der Kolleg:innen weitgehend allein gelassen. Daran, dass die Politik das Problem zeitnah lösen kann, glaubt die Mehrheit der Befragten (91 Prozent) nicht. Mehr noch: Die Lieferengpässe werden im kommenden Jahr noch zunehmen, fürchten 95 Prozent der Befragungsteilnehmer:innen.
Hinweis zur Methodik: An der aposcope-Befragung zum Thema Lieferengpässe nahmen vom 19. bis 20. Dezember insgesamt 300 Apotheker:innen und PTA teil.
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