ePA: 14,5 Tage/Jahr „down“
Als „Kernelement der Digitalisierung im Gesundheitswesen“ bezeichnet das Bundesgesundheitsministerium die elektronische Patientenakte (ePA), die seit rund acht Monaten bundesweit zur Verfügung steht. Doch nach einem holprigen Start bestehen weiter Probleme. Rund 14,5 Tage/Jahr ist die ePA zudem „down“, kritisieren Expert:innen.
Nachdem bereits die Einführung des E-Rezeptes für Wirbel gesorgt hatte – Stichwort Datenschutzbedenken –, haben Expert:innen auch bei der ePA zahlreiche Sicherheitslücken aufgedeckt, die den flächendeckenden Start verzögerten. Doch trotz Problemen ist die Nutzung der ePA seit Oktober letzten Jahres für Arztpraxen und auch Apotheken verpflichtend. Dabei kommt es weiterhin zu Mängeln, Ausfällen und Co. Im Schnitt 14,5 Tage/Jahr ist die ePA „down“, kritisieren Expert:innen des Chaos Computer Clubs (CCC) kürzlich.
Probleme nicht gelöst: ePA rund 14,5 Tage/Jahr „down“
Knapp ein Jahr nach dem Start der ePA, der zunächst in Modellregionen und seit Ende April auch bundesweit erfolgt ist, wurde beim 39. Jahreskongress des CCC Bilanz gezogen. Und diese fällt ernüchternd aus, denn noch immer bestehen Probleme. So gebe es weiterhin Schwierigkeiten bei der Authentifizierung und den Identitäten der Anwender:innen im System, wie CCC-Expert:in Bianca Kastl in ihrem Vortrag „Schlechte Karten – IT-Sicherheit im Jahr null der ePA für alle“ deutlich gemacht hat.
Und auch bei der Verfügbarkeit besteht ihr zufolge Nachholbedarf. Denn rein rechnerisch sei die ePA an 14,5 Tagen im Jahr „down“, sodass ein Zugriff weder für Patient:innen noch für Ärzt:innen oder Apothekenteams möglich ist. Hinzukommen weitere Mängel wie falsch zugestellte elektronische Heilberufsausweise (eHBA), oder Signaturkarten ohne PIN. Und auch die noch vor dem offiziellen ePA-Start aufgedeckten Sicherheitslücken, darunter die Zugriffsmöglichkeit auf die Akte über Versichertennummern, seien Kastl zufolge nur notdürftig behoben worden.
Funktionen oft unbekannt
Bei Versicherten selbst ist die ePA zwar oftmals ein Begriff, aktiv eingerichtet und genutzt wird sie jedoch nur selten, wie eine Umfrage im Auftrag der Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) gezeigt hat. Und auch die verschiedenen Funktionen der elektronischen Akte sind den wenigsten bekannt. So weiß beispielsweise nur jede/r Zweite, dass Daten und Dokumente auch selbst aus der Akte gelöscht werden können. Die Gematik hat für dieses Jahr bereits neue Funktionen für die ePA angekündigt. Unter anderem soll der elektronische Medikationsplan die elektronische Medikationsliste ergänzen und Apotheken sollen OTC-Präparate eintragen können.
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