Entzündung und Fibrose: Zyklus erhöht Krebsrisiko
Während des Zyklus‘ durchlaufen Frauen vier Phasen. Hormone steuern die immer wiederkehrende Vorbereitung auf Eisprung und Schwangerschaft. Das hat Folgen. Eine Studie von Wissenschaftler:innen des Deutschen Krebsforschungszentrum zeigt, dass der Sexualzyklus über die Jahre zu Fibrose und chronischer Entzündung führt.
Der weibliche Zyklus ist noch immer ein Mysterium und unterliegt ständigen Schwankungen. Dass der Östruszyklus rund um Menstruation, Eisprung, Einnistung und Befruchtung der Eizelle Auswirkungen auf das Krebsrisiko haben kann, haben Forschende im Mausmodell aufgedeckt.
„Beim Menschen steht eine höhere Anzahl von Menstruationszyklen im Leben mit einem höheren Risiko für Gebärmutterkrebs in Verbindung. Wenn chronische Entzündungen und Fibrose auch bei Frauen mit der Anzahl der Zyklen zunehmen, so könnte dies zu einem erhöhten Krebsrisiko beitragen”, erklärt Duncan Odom, der gemeinsam mit Ângela Gonçalves das Team aus Wissenschaftler:innen leitete.
Das Team hat an Mäusen systematisch die Veränderungen der Genaktivität und der Morphologie in jeder Phase des Zyklus‘ in allen betroffenen Organen – Eierstock, Eileiter, Gebärmutter, Gebärmutterhals und Vagina – untersucht. So konnte ein Zell-Atlas des weiblichen Reproduktionstrakts erstellt und gezeigt werden, dass Bindegewebszellen eine entscheidende Rolle spielen. Denn sie steuern die Reorganisation der extrazellulären Matrix sowie Entzündungen. Zwar kann der weibliche Fortpflanzungstrakt die zyklisch auftretenden Entzündungen in der Regel schnell beseitigen. Ist dies jedoch nicht der Fall, können Entzündungen chronifizieren und zur Fibrose führen.
Die Wissenschaftler:innen konnten anhand eines Modells zeigen, dass der Östruszyklus mit Arzneimitteln ausgeschaltet werden kann. In der Folge konnte die fortschreitende Fibrose reduziert werden. Andere Alterungsprozesse wurden von der Zyklusblockade nicht beeinflusst.
„Unser Atlas beleuchtet, wie die Befruchtungsbereitschaft, Schwangerschaft und Alterung zusammen den weiblichen Fortpflanzungstrakt formen. Lange Zeit ging man davon aus, dass diese Ereignisse keine Spuren oder Narben in den betroffenen Organen hinterlassen. Unsere Arbeit offenbart den unerwarteten Preis für die weibliche Fortpflanzungsfähigkeit, der durch den ständigen Umbau des weiblichen Reproduktionstrakts entsteht.”
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