Die Regel nutzen: Menstruationsblut zum Test auf Gebärmutterhalskrebs
Gebärmutterhalskrebs gehört weltweit zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen. Um die Heilungschancen zu erhöhen, ist eine frühzeitige Behandlung entscheidend. Und dafür muss der Krebs so schnell wie möglich erkannt werden. Forschende bringen nun einen möglichen Selbsttest auf Gebärmutterhalskrebs ins Spiel, und zwar mithilfe von Menstruationsblut.
Die Diagnose Zervixkarzinom erfolgt meist im Alter zwischen 35 und 44 Jahren. Auslöser ist in der Regel eine Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV). Da die Erkrankung in frühen Stadien mitunter symptomlos verläuft, ist regelmäßige Vorsorge entscheidend. Bisher gilt: Einmal pro Jahr sollte ein Termin zur Krebsvorsorge bei dem/der Frauenärzt:in wahrgenommen werden, bei dem unter anderem auf Gebärmutterhalskrebs untersucht wird. Dies erfolgt mittels Pap-Test. Ab 35 Jahren wird alle drei Jahre zusätzlich ein HPV-Test durchgeführt, bei dem der Pap-Abstrich gleichzeitig auf HPV untersucht wird.
Künftig sollen sich Patientinnen auch selbst zu Hause auf Gebärmutterhalskrebs testen können, und zwar über ihr Menstruationsblut. Forschende haben einen entsprechenden Test entwickelt.
Test auf Gebärmutterhalskrebs: Menstruationsblut so zuverlässig wie Abstrich
Das Prinzip fußt darauf, dass sich HP-Viren, die als häufigster Auslöser für Gebärmutterhalskrebs gelten, weil sie am Gebärmutterhals Zellveränderungen verursachen, im Menstruationsblut nachweisen lassen. Dies wurde in einer Untersuchung in China mit mehr als 3.000 Frauen im Alter zwischen 20 und 54 Jahren bestätigt. Bei ihnen wurde das Menstruationsblut mit einem Minipad aus vorsterilisierter Baumwolle, das für die DNA-Erhaltung und -Gewinnung optimiert wurde, auf einer Binde aufgefangen und im Anschluss auf das Vorliegen von HPV überprüft. Zum Vergleich wurden außerdem Abstriche vom Gebärmutterhals entnommen und ebenfalls entsprechend untersucht.
Dabei wurde deutlich: Die Analyse des Menstruationsblutes konnte HPV mit einer Genauigkeit von fast 95 Prozent nachweisen und war damit sogar zuverlässiger als der Pap-Abstrich (92 Prozent). Frauen ohne Erkrankung wurden über beide Methoden ähnlich zuverlässig erkannt (89 vs. 90 Prozent).
Probennahme zu Hause
Der Vorteil bei der Nutzung von Menstruationsblut zum Test auf Gebärmutterhalskrebs: Die Probennahme konnte zu Hause erfolgen und die Testergebnisse anschließend über eine spezielle App „Early Test“ abgerufen werden. Bei Bedarf soll darüber auch eine Beratung durch medizinisches Fachpersonal ermöglicht werden. Die einfache Testmethode könnte die praktische Anwendbarkeit der Gebärmutterhalskrebsvorsorge verbessern und „einen praktikablen Weg zur Ausweitung des Zugangs zur Früherkennung bieten“, heißt es von den Forschenden. „Diese Ergebnisse sprechen für die Aufnahme von HPV-Tests im Menstruationsblut in die nationalen Leitlinien zum Zervixkarzinom-Screening.“ Nun sollen weitere Studien folgen, bevor ein entsprechender Test auf den Markt kommen könnte.
Übrigens: Bereits vor einigen Monaten berichteten Forschende über den Einsatz von Tampons als mögliche Testmethode auf Gebärmutterkörperkrebs (Endometriumkarzinom).
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