Achtung im Pausenraum: Kaffeemaschine als Keimschleuder?
Kaffee ist für viele Apothekenmitarbeitende unverzichtbar. Kein Wunder, dass die Kaffeemaschine im Pausenraum ihren festen Platz hat. Der Haken: Sie wird zwar von nahezu allen Kolleg:innen genutzt, doch die Sauberkeit lässt meist zu wünschen übrig. Wird die Kaffeemaschine also zur Keimschleuder?
Du kennst es: Öffnest du montags den Apothekenkühlschrank, kommen dir so manche Speisen entgegen, die bereits ein Eigenleben entwickelt haben. Doch auch beim Blick in den Pausenraum fallen meist noch andere „Baustellen“ auf. Dazu gehört meist auch der noch von Samstag verbliebene Rest in der Kaffeemaschine, die nicht mehr gereinigt wurde. Da wundert es nicht, dass sich Bakterien und andere Krankheitserreger ansiedeln.
Ob die gemeinschaftlich genutzte Kaffeemaschine wirklich zur Keimschleuder wird, wurde am Institut für Klinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene in Ludwigsburg sowie am Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene des Universitätsklinikums Köln untersucht.
Kaffeemaschinen doch keine Keimschleudern?
Die Forschenden haben verschiedene Kaffeemaschinen – Vollautomaten, Espresso- und Kapselmaschinen –, die entweder in Pausenräumen und Büros oder in einer Privatwohnung standen, unter die Lupe genommen. Genau ging es um die Keimbelastung der Maschinen, die an fünf unterschiedlichen Stellen gemessen wurde. So wurden Abstriche an der Tropfschale, dem Auslauf, den Tasten, am Griff des Wassertanks und im Inneren des Wassertanks genommen. Eine spezielle Reinigung erfolgte zuvor nicht. Untersucht wurden die Proben vor allem hinsichtlich des Ansiedelns von sogenannten ESKAPE-Keimen (Enterococcus faecium, Staphylococcus aureus, Klebsiella pneumoniae, Acinetobacter baumannii, Pseudomonas aeruginosa und Enterobacter-Arten).
Das Ergebnis: Generell konnte ein mikrobielles Wachstum nachgewiesen werden, das wenig überraschend bei den gemeinschaftlich genutzten Maschinen deutlich höher war als bei denen in Privathaushalten. Dabei handelte es sich jedoch überwiegend um vergleichsweise „harmlose“ Bakterien, die keine Gesundheitsgefahr für den Menschen darstellen. Antibiotikaresistente Keime konnten dagegen nicht festgestellt werden. Am häufigsten fanden sich die Keime an der Abtropfschale, dem Auslauf und am Griff des Wassertanks.
Das Fazit der Forschenden: Auch bei gemeinschaftlich genutzten Kaffeemaschinen erwiesen sich diese nicht als Keimschleudern. Allerdings sei eine gründliche Händehygiene vor der Benutzung wichtig, um die Belastung möglichst gering zu halten.
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