Digimerck: Vertrieb wird eingestellt
Merck stellt den Vertrieb des gesamten Digimerck-Portfolios (Digitoxin) ein. Das hat der Hersteller in einem Informationsschreiben mitgeteilt.
Digimerck-Produkte sind seit einiger Zeit eingeschränkt lieferbar. Daran wird sich künftig auch nichts ändern, denn Merck teilte am Dienstag mit, dass der Vertrieb aller Digimerck-Präparate ab 2023 eingestellt wird.
Betroffen sind alle Packungsgrößen von: Digimerck 0,1mg Tabletten, Digimerck minor 0,07 Tabletten, Digimerck pico 0,05 Tabletten und Digimerck 0,1mg/ml Injektionslösung.
Ursache für den Engpass seien „Probleme bei der Produktion“. Weil die „Wiederherstellung der Lieferfähigkeit“ nicht absehbar ist, werde der aus wirtschaftlichen Gründen sowieso geplante Produktionsstopp vorgezogen, heißt es.
Digitoxin ist ein langwirksames Herzglykosid mit geringer therapeutischer Breite. Eingesetzt wird der Arzneistoff zur Behandlung manifester chronischer Herzinsuffizienz, Tachyarrhythmia absoluta bei Vorhofflimmern/Vorhofflattern oder paroxysmalem Vorhofflimmern/Vorhofflattern. Die Substanz besitzt positiv inotrope und bathmotrope Eigenschaften. Sie wirkt sich also positiv auf die Herzmuskelkontraktilität- und Geschwindigkeit sowie die Reizschwelle aus. Außerdem wirkt Digitoxin negativ chronotrop und dromotrop – Herzfrequenz und Erregungsleitung werden gesenkt beziehungsweise verzögert.
Die Wirkung ist auf eine spezifische Hemmung der Adenosintriphosphatase zurückzuführen, also einem aktiven Transport von Natrium- und Kaliumionen. Es kommt zu einem erhöhten Calciumeinstrom. Ist die extrazelluläre Kaliumkonzentration niedrig, wird der Effekt verstärkt – wohingegen eine geringe Calciumkonzentration außerhalb der Zelle die Wirksamkeit herabsetzt und einen umgekehrten Effekt zur Folge hat. Wird der Austausch von Natrium und Kalium gehemmt, nimmt die Impulsüberleitungsrate in Vorhof und AV-Knoten ab.
Die einzige wirkstoffgleiche Alternative kommt mit Digitoxin AWD 0,07 von Teva. Außerdem könne auf andere Digitalisglykoside ausgewichen werden. Dabei gebe es allerdings zu bedenken, dass „aufgrund der engen therapeutischen Breite von Digitoxin und der verhältnismäßig langen Halbwertszeit die Umstellung auf einen anderen Wirkstoff mit entsprechender Vorsicht erfolgen“ muss.
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