Rauchstopp: Umstieg auf E-Zigarette am effektivsten?
Um Raucher:innen bei der Entwöhnung zu unterstützen, stehen verschiedene Methoden zur Verfügung, darunter auch Nikotinersätzpräparate. Ein Umstieg von Zigaretten auf E-Zigaretten ist beim Rauchstopp jedoch am effektivsten, zeigen aktuelle Daten.
Nikotinersatzpräparate zur Raucherentwöhnung – Nicotin- und Vareniclin-haltige Präparate – werden von den Kassen erstattet. Anspruch auf eine einmalige Versorgung besteht für Raucher:innen, bei denen eine ärztlich nachgewiesene, starke Abhängigkeit vorliegt, sowie für Versicherte mit Grunderkrankungen und starker Abhängigkeit, die trotz Lungenerkrankungen wie Asthma oder COPD oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht mit dem Rauchen aufhören. Daneben ist die Teilnahme an evidenzbasierten Programmen zur Tabakentwöhnung Pflicht.
Zum Einsatz kommen beispielsweise Pflaster und Kaugummis. Doch wie sich zeigt, führt die Anwendung nur selten zum erhofften Erfolg. Stattdessen ist beim Rauchstopp der Wechsel von Glimmstängel auf E-Zigarette am effektivsten. Das ist das Ergebnis einer Cochrane-Untersuchung.
Rauchstopp: Umstieg auf E-Zigarette mit größtem Erfolgspotenzial
Das internationale Team hat in einer Übersichtsarbeit die Ergebnisse aus 80 randomisierten kontrollierten Studien mit insgesamt knapp 30.000 Teilnehmenden ausgewertet und dabei verschiedene Methoden zum Rauchstopp im Hinblick auf ihre Erfolgsquoten miteinander verglichen. Das Ergebnis: Beim Umstieg von Zigarette auf E-Zigarette gelang der Rauchstopp am häufigsten. Genau konnten bis zu 10 Prozent der Teilnehmenden unter nikotinhaltigen E-Zigaretten mindestens sechs Monate auf das Zigarettenrauchen zu verzichten. „Absolut gesehen könnten dadurch etwa vier zusätzliche Raucherentwöhnungen pro 100 Personen erreicht werden“, heißt es in der Analyse.
Dagegen waren es unter dem Einsatz von Nikotinersatzpräparaten wie Pflaster und Kaugummis sowie bei nikotinfreien E-Zigaretten nur rund 6 Prozent. Nur fünf von 100 Raucher:innen schafften die Rauchentwöhnung ohne Unterstützung oder lediglich mit verhaltenstherapeutischer Hilfe.
„Es gibt starke Belege dafür, dass nikotinhaltige E-Zigaretten die Erfolgsraten beim Rauchstopp im Vergleich zur Nikotinersatztherapie (NRT) erhöhen, und Hinweise mit mittlerer Sicherheit, dass sie die Erfolgsraten im Vergleich zu nikotinfreien E-Zigaretten wahrscheinlich ebenfalls erhöhen“, so das Fazit. Regulierte nikotinhaltige E-Zigaretten gelten im Vergleich zu herkömmlichen Zigaretten als weniger schädlich und auch in der Untersuchung konnten keine Hinweise auf kurzfristige schwerwiegende Schäden durch nikotinhaltige E-Zigaretten gefunden werden.
Dennoch ist Vorsicht geboten, mahnen Expert:innen, denn die langfristigen Auswirkungen müssten erst noch weiter untersucht werden. Und auch das Cochrane-Team gibt zu bedenken, dass der Umstieg von Glimmstängel auf E-Zigarette lediglich als Zwischenschritt zum endgültigen Rauchstopp genutzt werden sollte – beispielsweise, wenn andere Methoden ohne Erfolg bleiben.
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