Tadalafil: Glaukome bei Daueranwendung?
Wirkstoffe wie Sildenafil und Tadalafil sind vor allem für ihre positive Wirkung gegen erektile Dysfunktion bekannt. Doch die PDE5-Hemmer sind auch mit Nebenwirkungen verbunden, allem voran in puncto Augengesundheit. Nun zeigt eine Studie: Eine Daueranwendung von Tadalafil kann Glaukome begünstigen.
Tadalafil gehört zu den starken, selektiven Phosphodiesterase-5-Hemmern. Durch die PDE5-Hemmung wird der Abbau von zyklischem Guanosinmonophosphat – cGMP – verhindert, was zu einem erhöhten cGMP-Spiegel führt. Die Folge: Die glatte Muskulatur entspannt sich und Blut kann leichter fließen. Der Wirkstoff kommt unter anderem zur Behandlung der erektilen Dysfunktion sowie des benignes Prostatasyndroms zum Einsatz. Doch auch bei einer pulmonalen arteriellen Hypertonie (PAH) kann Tadalafil eingesetzt werden.
Der Wirkstoff besitzt eine mittlere Halbwertszeit von 17,5 Stunden und erreicht bereits nach zwei Stunden die maximale Plasmakonzentration. Somit ergibt sich eine Wirksamkeit von ein bis drei Tagen. Abstand zu einer fettreichen Mahlzeit oder Alkohol muss – anders als bei Sildenafil – nicht eingehalten werden. Dennoch gilt unter der Anwendung Vorsicht. Genau kann bei einer Daueranwendung von Tadalafil das Risiko für Glaukome steigen.
Tadalafil: Daueranwendung erhöht Risiko für Glaukome
Zu diesem Ergebnis kommt ein Forscherteam aus Taiwan, nachdem in einer Untersuchung die Auswirkungen einer fünfjährigen Anwendung überprüft wurden. Dafür wurden Daten von knapp 74.000 Männern im Alter ab 40 Jahren berücksichtigt, von denen jeweils rund die Hälfte aufgrund von erektiler Dysfunktion über fünf Jahre mit Taladafil oder einem anderem PDE5-Hemmer behandelt wurde. Die entsprechende Dosis ist nicht bekannt. Die Resultate wurden im Fachmagazin British Journal of Ophthalmology veröffentlicht. Sie zeigen: Unter der Daueranwendung von Tadalafil stieg das Risiko für Glaukome um bis zu 22 Prozent. Doch damit nicht genug. Auch Fälle von okulärer Hypertension, einem primären Offenwinkelglaukom oder der Beginn einer Glaukombehandlung wurde um jeweils rund 33 Prozent häufiger berichtet als ohne das Medikament.
Zwar würden die Ergebnisse den Forschenden zufolge keinen eindeutigen kausalen Zusammenhang belegen und sollten somit nicht als Kontraindikation für Tadalafil verstanden werden. Dennoch mahnt das Team zur Vorsicht und einer engmaschigen Kontrolle der Augengesundheit unter der Behandlung. Dies gilt insbesondere für Patient:innen mit Glaukom-Risikofaktoren wie familiärer Vorbelastung oder bereits bestehendem erhöhtem Augeninnendruck. „Die Ergebnisse legen nahe, dass eine chronische PDE5-Hemmung die Physiologie des Auges beeinflussen könnte, was weitere mechanistische Untersuchungen erforderlich macht“, so das Fazit.
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