Vorzeitige Menopause: Bluthochdruck als Folge
Die Menopause ist für den weiblichen Körper eine einschneidende Veränderung, denn die fruchtbare Phase endet. Verbunden ist dies mit einer hormonellen Umstellung und zahlreichen weiteren Auswirkungen auf den Körper. Bleibt die Periode früher als gewöhnlich aus – vorzeitige Menopause –, ist dies mit zusätzlichen Risiken verbunden, darunter auch Bluthochdruck, zeigen Forschende.
Das Klimakterium, die Wechseljahre, beginnt meist ab dem 45. Lebensjahr und kann etwa bis zum 55. andauern. Die Hormonproduktion ist im Umbruch, denn es werden mit der Zeit immer weniger Progesteron und Östrogen gebildet. In der Folge werden die Zyklen unregelmäßiger, der Eisprung bleibt aus und schließlich auch die Regel. Letzteres bildet den Startschuss für die Wechseljahre. Die Rede ist von der Menopause. Doch mitunter setzt diese bei Frauen auch schon deutlich früher, mitunter sogar schon mit 25 Jahren ein. Das kann Folgen für die Gesundheit haben. Bei vorzeitiger Menopause droht beispielsweise Bluthochdruck als Folge, wie Forschende nun bestätigen.
Übrigens: Wechseljahre ≠ Menopause, denn letztere bezeichnet lediglich die Phase des Ausbleibens der Periode.
Vorzeitige Menopause erhöht Risiko für Bluthochdruck
Bisher ist bekannt, dass der in den Wechseljahren sinkende Östrogenspiegel, das Risiko für Osteoporose, Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen kann. Das gilt besonders bei einem frühen Ausbleiben der Periode. Welchen Einfluss eine vorzeitige Menopause konkret auf das Risiko für Bluthochdruck haben könnte, war bisher jedoch nicht klar. Nun bringen Forschende Licht ins Dunkel.
Ein Team der Universität Elche in Alicante (Spanien) hat die Daten von mehr als 100.000 postmenopausalen Frauen aus der Datenbank UK Biobank analysiert. Die Frauen wurden im Median über einen Zeitraum von knapp 15 Jahren nachbeobachtet. Unterschieden wurde dabei zwischen Teilnehmerinnen mit normal einsetzender Menopause (ab 45 Jahren), früher Menopause (zwischen 40 und 45 Jahren) und vorzeitiger Menopause (unter 40 Jahren). Bei allen Frauen wurde innerhalb der Nachbeobachtungszeit untersucht, ob es zu einer Hypertonie kam.
Das Ergebnis wurde in der Fachzeitschrift „Menopause“ der Menopause Society veröffentlicht und zeigt: Jede sechste Frau entwickelte Bluthochdruck. Diejenigen mit vorzeitiger Menopause hatten ein deutlich höheres Risiko für Bluthockdruck als Frauen mit normal einsetzender Menopause – 23 Prozent vs. 17 Prozent. Je jünger die Frauen zum Zeitpunkt der vorzeitigen Menopause waren, desto größer die Gefahr. Selbst unter Einbezug weiterer Faktoren wie Gewicht, Lebensstil, Laborwerten und Co. blieb das Risiko für Bluthochdruck bei vorzeitiger Menopause erhöht, und zwar um rund 12 Prozent im Vergleich zu normal einsetzenden Menopause.
Die Ergebnisse sollten als Anhaltspunkt für behandelnde Ärzt:innen dienen, die dies bei Frauen mit vorzeitiger Menpause berücksichtigen und Patientinnen entsprechend überwachen sollten. „Die Ergebnisse dieser Studie unterstreichen die potenziellen langfristigen gesundheitlichen Folgen vorzeitiger Menopause und insbesondere die Notwendigkeit regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen auf kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Bluthochdruck“, heißt es in einer Pressemitteilung.
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