PPI: Bei Asthma so kurz wie möglich anwenden
Protonenpumpenhemmer (PPI) gehören zu den am häufigsten abgegebenen Präparaten in der Apotheke – allem voran zur Linderung von Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen oder gastrointestinalen Nebenwirkungen anderer Arzneimittel. Doch bei der Anwendung gilt Vorsicht, denn unter einer Langzeiteinnahme drohen Gefahren. Das gilt auch bei Patient:innen mit Asthma.
PPI werden unter anderem zur Behandlung von verschiedenen Ulzera, der Refluxkrankheit oder Heliobacter pylori im Rahmen der Triple-Therapie eingesetzt. Die Stoffgruppe ist Standardtherapie zur Behandlung säurebedingter Magen-Darm-Beschwerden und wird als Magenschutz verordnet, da die Wirkstoffe die Magensäuresekretion durch eine irreversible Hemmung der Protonenpumpe vermindern.
Daher finden sie auch bei Asthma- und COPD-Patient:innen Anwendung, um bei entsprechenden Begleiterkrankungen Linderung zu verschaffen. Doch dabei gilt: PPI sollten bei Asthma und Co. so kurz wie möglich angewendet werden. Andernfalls droht eine Verschlechterung der Erkrankung.
PPI: Daueranwendung kann Asthma verschlimmern
Das ist das Ergebnis internationalen Studie der Universität Gent (Belgien) und dem Erasmus Universitätsklinikum Rotterdam (Niederlande). Demnach war die Anwendung von Säureblockern generell mit einem erhöhten Risiko für Krankheitsschübe – Exazerbationen – verbunden sind. Dabei stieg die Gefahr mit zunehmender Dosis und Einnahmedauer.
Dafür wurden die Daten von mehr als 932.000 Patient:innen ausgewertet, die wegen Asthma oder COPD in Behandlung waren. Knapp jede/r zweite von ihnen nahm regelmäßig PPI ein. Wurden diese dauerhaft genutzt, führte dies zu einem im Schnitt um 18 Prozent erhöhten Risiko für eine akute Verschlechterung der Erkrankung. Bei rund einjähriger Anwendung und höherer Dosierung stieg die Gefahr sogar um bis zu 25 Prozent. Dabei war der Zusammenhang vor allem bei Patient:innen unter 50 Jahren, Asthmatiker:innen und bei Personen ohne diagnostizierte Refluxkrankheit ausgeprägt.
Mögliche Gründe sind einerseits eine Beeinflussung der Darmflora und damit verbunden die Förderung von Entzündungsprozessen im Körper beziehungsweise in der Lunge, andererseits eine Veränderung des Magensäuregehalts und womöglich ein Vitamin- und Mineralstoffmangel.
Somit gilt: Bei Asthma sollten PPI am besten so kurz und niedrig dosiert wie möglich eingesetzt werden. Ein eigenmächtiges Absetzen der Präparate sollte jedoch nicht erfolgen, erst recht nicht, wenn eine Refluxkrankheit vorliegt. Stattdessen kann unter ärztlicher Betreuung regelmäßig überprüft werden, ob eine PPI-Therapie weiterhin angezeigt ist oder nicht.
Das könnte dich auch interessieren
Mehr aus dieser Kategorie
Abnehmspritze: Giftnotrufe wegen Semaglutid verdoppelt
Ursprünglich waren Präparate mit dem GLP-1-Rezeptoragonisten Semaglutid zunächst zur Diabetes-Behandlung zugelassen. Inzwischen ist jedoch Wegovy (Novo Nordisk) auch zum Gewichtsmanagement …
Jucken, Brennen, Quaddeln: Neues Arzneimittel bei Urtikaria
Urtikaria – Nesselsucht – ist eine der häufigsten Hauterkrankungen und kann auch chronisch spontan auftreten. Erreichen Betroffene mit Antihistaminika keinen …
Tirzepatid und Biologika: Wirksame Kombi bei Psoriasis
Tirzepatid (unter anderem Mounjaro, Lilly) wird vor allem wegen seines positiven Effektes beim Abnehmen gefeiert. Doch damit nicht genug, denn …














