Etwa jede/r Sechste betroffen: Nierenerkrankungen oft unbemerkt
Die Nieren gehören zu den unverzichtbaren Organen des Körpers. Ist ihre Funktion eingeschränkt, kann dies die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Das Problem: Häufig bleiben Nierenerkrankungen zunächst unbemerkt.
Die Nieren gelten als besonders verletzlicher und schmerzhafter Teil des Körpers. Dabei dienen die bohnenförmigen Organe neben der Leber als körpereigene Entgiftungs- und Filteranlage. Sie reinigen das Blut von Fremd- und Abfallstoffen. Außerdem regulieren die Nieren den Salz- und Wasserhaushalt sowie den pH-Wert, steuern den Blutdruck und sorgen für die Produktion wichtiger Hormone.
Ist die Nierenfunktion eingeschränkt, kann sich dies folglich negativ auf den gesamten Organismus auswirken. Jede/r Sechste ist hierzulande davon betroffen. Das Problem: Oftmals, ohne es zu wissen. Und das kann tödlich enden.
Kann tödlich enden: Nierenerkrankungen oft unbemerkt
Neben kurzfristigen Erkrankungen wie Nierenbeckenentzündungen oder Nierensteinen kann die Nierenfunktion auch dauerhaft eingeschränkt sein. Die Rede ist von chronischen Nierenerkrankungen. Diese beginnen meist schleichend und symptomlos, sodass sie häufig lange unbemerkt bleiben, wie eine Auswertung der NAKO-Gesundheitsstudie zeigt. Dafür haben Expert:innen des Universitätsklinikums Freiburg Urin- oder Blutproben von rund 230.000 Personen ausgewertet. Bei vielen von ihnen zeigten sich dabei auffällige Nierenwerte, die ein Hinweis auf eine eingeschränkte Funktion sein könnten. Doch nur bei einem kleinen Teil der Betroffenen lag auch eine entsprechende Diagnose vor. Folglich ergibt sich wohl eine hohe Dunkelziffer, so die Autor:innen.
Das Problem: Schädigungen der Nieren gelten in der Regel als irreparabel. Das bedeutet, ist erst einmal ein Schaden entstanden, bildet sich dieser nicht wieder zurück und die Funktion bleibt dauerhaft geschädigt. Bleiben Nierenerkrankungen unentdeckt, kann dies zu schweren Verläufen bis hin zum Tod führen. Um dies zu verhindern, sind jedoch eine frühzeitige Diagnose und eine entsprechende Behandlung nötig. Doch dies erfolgt oftmals nicht.
„Die Studie wirft ein wichtiges Licht auf eine mangelhafte Situation im Bereich der Nierengesundheit“, heißt es in einer Mitteilung. Daher appellieren die Expert:innen zu mehr Prävention und Wachsamkeit im Hinblick auf die Nierengesundheit. Auch Patient:innen sollten entsprechend sensibilisiert werden und auf Symptome wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Bluthochdruck, Atemnot, Wasseransammlungen und gräuliche Hautfarbe achten.
Zur Methodik: Die NAKO Gesundheitsstudie stellt die größte bevölkerungsbasierte Untersuchung in Deutschland dar. In der aktuellen Auswertung wurden Blutwerte zur Nierenfunktion (glomeruläre Filtrationsrate) sowie Urinwerte zur Nierenschädigung (Albuminurie) berücksichtigt.
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