Senken schwarze Johannisbeeren den Blutzucker?
Die Kontrolle des Blutzuckers ist nicht nur für Diabetiker:innen, sondern auch für gesunde Menschen wichtig. Denn sowohl zu niedrige als auch zu hohe Werte können gefährlich werden. Beim Verzehr von Speisen und Getränken ist also Vorsicht geboten. Nun bringen Forschende schwarze Johannisbeeren als mögliches „Kontrollinstrument“ für den Blutzucker ins Spiel.
Ob als Saft, Marmelade, Eis oder Sirup zum Aufpeppen von Getränken: Schwarze Johannisbeeren sind ein echter Allrounder und haben außerdem noch verschiedene positive Effekte auf die Gesundheit. Denn Ribes nigrum enthalten unter anderem eine hohe Konzentration an Anthocyanen sowie Vitamin C, aber auch Eisen und Kalium. Daher werden ihnen stark entzündungshemmende, antioxidative und abschwellende Effekte zugesprochen.
Dabei können sowohl die Blätter und Früchte als auch die Knospen der Pflanze genutzt werden. Letztere gelten – zu einem Extrakt verarbeitet – als pflanzliches Äquivalent zu Cortison und sollen dazu beitragen, allergische Reaktionen, Heuschnupfen und entzündliche Hautbeschwerden zu lindern. Aber auch bei leichten Blasenentzündungen, Halsschmerzen und rheumatischen Erkrankungen kommt die „Wunderbeere“ zum Einsatz. Doch damit nicht genug: Denn schwarze Johannisbeeren sollen außerdem dabei helfen, den Blutzucker zu kontrollieren, und zwar bereits in kleiner Menge.
Schwarze Johannisbeeren: Was gilt beim Blutzucker?
Genau soll der Verzehr von 75 g schwarzen Johannisbeeren bereits genügen, damit der Blutzuckerspiegel nach dem Essen nicht so stark ansteigt wie gewöhnlich. Das ist das Ergebnis einer kleinen Untersuchung der Universität Ostfinnland. Mehr noch: Auch der anschließende Abfall des Blutzuckerspiegels war unter dem Zusatz der Beeren nicht so stark ausgeprägt und freie Fettsäuren aus der Nahrung wurden später freigesetzt.
Die Autor:innen führen die Effekte vor allem auf die enthaltenen Anthocyane zurück, die die Aufnahme von Glukose im Dünndarm verzögern und zudem entzündungshemmend wirken. In der randomisierten, kontrollierten Cross-over-Studie erhielten die Teilnehmenden an mehreren Tagen unterschiedliche Testprodukte – Schwarze-Johannisbeer-Püree mit Zuckerzusatz, Schwarze-Johannisbeer-Püree mit fermentiertem Quinoa oder fermentierten Quinoa ohne schwarze Johannisbeeren – oder 300 ml Wasser mit Saccharose, Glucose und Fructose zum Verzehr. Der Gesamtgehalt an Kohlenhydraten lag bei 31 g. Sowohl vor der Aufnahme als auch mehrfach danach wurden Glukose, Insulin und freie Fettsäuren ermittelt. Dabei zeigte sich eindeutig, dass unter schwarzen Johannisbeeren günstigere Werte beim Blutzucker festgestellt wurden. Genau zeigten sich in den ersten 30 Minuten reduzierte Glukose- und Insulinwerte, ein gleichmäßigerer Abfall in der ersten Stunde und ein verbessertes glykämisches Profil.
Allerdings geben die Forschenden zu bedenken, dass die Ergebnisse weder Aufschluss über eine mögliche Verringerung des Diabetes-Risikos noch über die Wirkung bei einer bereits bestehenden Erkrankung geben.
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