Rhinitis und Migräne = (K)ein Zusammenhang?
Migräne kann für Betroffene zur regelrechten Zerreißprobe werden, denn die Lebensqualität ist bei einer Attacke mitunter stark eingeschränkt. Treffen kann es generell jede/n. Doch bei einigen Personen kann das Risiko erhöht sein. Wie Forschende zeigen, könnte Rhinitis das Auftreten von Migräne begünstigen.
Knapp sechs Millionen Menschen leiden hierzulande unter Migräne. Diese kann mit oder ohne Aura auftreten und gehört zu den primären Kopfschmerzen. Der pochende oder pulsierende einseitige sehr starke Schmerz kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen, denn die Attacken kommen anfallsweise und können vier bis 72 Stunden andauern. Trigger für die Attacken gibt es verschiedene, darunter Rotwein, Stress und hormonelle Schwankungen.
Eine Migräne-Erkrankung kann jede/n treffen, wobei Frauen etwa doppelt so häufig betroffen sind wie Männer. Doch auch Schnupfen kann offenbar eine Rolle spielen – zumindest einige Formen. Genau kann eine allergische Rhinitis Migräne begünstigen. Das ist das Ergebnis einer Studie.
Rhinitis kann Migräne begünstigen
In einer Untersuchung mit mehreren hundert Teilnehmenden hat ein türkisches Forschungsteam des Städtischen Krankenhauses in Izmir geprüft, ob sich der oft behauptete Zusammenhang zwischen Rhinitis und Migräne bestätigen lässt. Jeweils ein Teil der Patient:innen litt unter allergischer Rhinitis, nichtallergischer Rhinitis oder gehörte zur Kontrollgruppe.
Dabei wurde deutlich: Unter den Rhinitis-Patient:innen wurde deutlich häufiger eine Migräne diagnostiziert als unter gesunden Personen – 25 vs. 16 Prozent. Bei Teilnehmer:innen mit allergischer Rhinitis lag der Anteil an Migräne-Patient:innen mit 26 Prozent sogar noch höher. Dabei klagten die Betroffenen besonders häufig über eine starke Einschränkung ihrer Lebensqualität aufgrund eines schwereren Erkrankungsverlaufs. Außerdem waren sie häufiger von Konjunktivitis und Asthma betroffen.
„Unsere Befunde zeigen, dass die Prävalenz von Migräne unter Patienten mit Rhinitis signifikant höher ist als bei gesunden Kontrollpersonen“, so das Fazit. Die genauen Gründe für den Zusammenhang zwischen Rhinitis und Migräne sind nicht eindeutig geklärt. Die Autor:innen vermuten jedoch neurogene inflammatorische Prozesse als Ursache. Genau könnten Entzündungsmediatoren aus der nasalen Mukosa den Nervus trigeminus sensibilisieren, der als Schlüsselsignalweg für Migräne gilt. Auch ein Zusammenhang über Histamin-abhängige Signalwege sei denkbar.
Die Studienergebnisse würden die Bedeutung einer integrierten Behandlung von Nasen- und Kopfschmerzsymptomen unterstreichen. Ob tatsächlich ein kausaler Zusammenhang besteht, müsse jedoch noch weiter untersucht werden.
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