Keine Einnahme: Zeolith besser nur in Katzenstreu
„Darum solltest du täglich Zeolith trinken“ und „Die tägliche Einnahme von Zeolith – Ein kleiner Schritt für deine Gesundheit, ein großer Schritt für dein Wohlbefinden!“ – so lauten nur einige Empfehlungen in Videos auf Social Media-Plattformen. Doch es ist Vorsicht geboten. Zeolith sollte bestenfalls für Katzenstreu verwendet werden, warnen Verbraucherschützer:innen.
Die Liste an Gesundheitsempfehlungen in den Sozialen Medien ist lang. Während nur wenige davon wirklich hilfreich sind, bergen andere sogar Gefahren. Ein Beispiel ist das Trinken von Lugolscher Lösung. In zahlreichen Clips wird außerdem zur Einnahme von Zeolith – Vulkanmineralien – animiert, um verschiedene positive Effekte für den Körper zu erzielen. Demnach sollen die Silikat-haltigen Mineralien vor allem zur Entgiftung dienen, indem er unter anderem Ammonium und Schwermetalle im Magen-Darm-Trakt bindet. Parallel dazu soll auch die Darmbarriere dadurch gestärkt werden. Hinzukommen eine verbesserte Verdauung, eine Stärkung des Immunsystems sowie eine antioxidative Wirkung. Außerdem soll Zeolith für einen ausgeglichenen pH-Wert und ein verbessertes Hautbild sorgen.
Und auch Tipps zur Anwendung werden in den Posts gleich mitgeliefert: „2-3 mal täglich mit einem Glas Wasser zu den Mahlzeiten einnehmen. Die Einnahmedauer beträgt maximal 12 Wochen. Bei wiederholter Einnahme ist eine Anwendungspause von mindestens einer Woche ein-zuhalten“, lautet die Empfehlung eines Influencers. Doch die Verbraucherzentrale warnt eindringlich vor einer Einnahme.
Katzenstreu statt NEM: Zeolith nicht einnehmen
„Zeolith – am besten geeignet als Katzenstreu“, lautet der Appell der Verbraucherschützer:innen. Denn Zeolithe wirken ihnen zufolge zwar wie eine Art Schwamm und binden Stoffe, doch einen gezielten entgiftenden Effekt von Zeolith-Produkten gebe es nicht. „Eine Entgiftung von im Körperfettgewebe eingelagerten Schadstoffen ist nicht möglich, da das Zeolith nicht aufgenommen, sondern über den Darm direkt wieder ausgeschieden wird.“ Zudem bestehe die Gefahr, dass auch nützliche Substanzen wie Vitamine oder Mineralstoffe entzogen werden.
Auch die angebliche Wirkung gegen Krebs oder Immunschwäche, eine Stärkung der Darmwand, eine Verzögerung des Alterungsprozesses sowie eine vermeintliche Leistungssteigerung verweisen die Expert:innen ins Reich der Mythen, denn es gebe keine wissenschaftlichen Nachweise dafür. Hinzukommt, dass entsprechende Produkte hierzulande beziehungsweise europaweit nicht als Nahrungsergänzungsmittel in Verkehr gebracht werden dürfen, da eine Zulassung als neuartiges Lebensmittel fehlt. Denn oftmals seien sie stark mit Aluminium und Blei belastet. Stattdessen stehen verschiedene Medizinprodukte mit Zeolith zur Verfügung – zu oftmals überteuerten Preisen. Während der Kilopreis für die Minerale als Zusatz in Futtermitteln (als Ballaststoff), Katzenstreu (für die Geruchsbindung), in Geschirrspülern (als Ionenaustauscher) oder zur Verwendung im Straßenbau bei etwa 60 Cent liegen würde, seien es bei Medizinprodukten, beispielsweise in Kapselform, mindestens 130 Euro.
Die Verbraucherschützer:innen verwiesen zudem auf mögliche Wechselwirkungen mit Arzneimitteln und raten daher dringend, vor einer möglichen Anwendung Arztrücksprache zu halten.
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