Wunddesinfektion: Betaisodona bringt Octenidin-Spray
Betaisodona ist der Klassiker unter den Povidon-Iod-Präparaten und aus der Wundbehandlung nicht wegzudenken. Jetzt wird das Portfolio um Betaisoctine – ein Octenidin-haltiges Spray zur Wunddesinfektion – erweitert.
Octenidindihydrochlorid ist eine kationaktive Verbindung, die zwei kationische Zentren und dadurch starke oberflächenaktive Eigenschaften besitzt. Die Substanz reagiert mit Zellwand- und Membranbestandteilen der Mikrobenzelle und zerstört die Zellfunktion. Prominentes Beispiel ist Octenisept (Schülke), das wie Betaisoctine zusätzlich Phenoxyethanol enthält. Dessen antimikrobielle Eigenschaft ist auf eine Erhöhung der Zellmembrandurchlässigkeit für Kaliumionen zurückzuführen. Da Octenidin über die Haut nicht aufgenommen wird, belastet es den Körper nicht systemisch, was zu seiner guten Verträglichkeit beiträgt. Zudem sind bislang keine Resistenzbildung gegen Octenidin bekannt.
Mit Betaisoctine kommt ein weiteres farbloses Wunddesinfektionsspray für kleine Alltagsverletzungen wie Kratzer und Schürfwunden mit Octenidindihydrochlorid in die Apotheken. Das Spray wird nach der Wundreinigung aufgesprüht. Bereits nach 60 Sekunden tritt die Wirkung gegen ein breites Spektrum ein. Das In-vitro-Wirkungsspektrum von Betaisoctine umfasst grampositive und gramnegative Bakterien, behüllte Viren sowie Hefen.
Betaisoctine ist ein apothekenpflichtiges Arzneimittel und in zwei Größen erhältlich – 50 ml und 250 ml. Das Spray wird zur wiederholten, kurzzeitigen, äußerlichen, vorbereitenden antiseptischen Behandlung der Schleimhäute und der angrenzenden Haut vor diagnostischen Eingriffen an oder in der Nähe der Genital- und Ausscheidungsorgane sowie vor dem Einsetzen eines Harnkatheters verwendet. Zudem ist das Produkt zur antiseptischen Behandlung kleiner oberflächlicher Wunden und zur Hautdesinfektion vor nicht-chirurgischen Maßnahmen geeignet.
Keine Kombination mit Iod
Der Klassiker Jod kommt zur Wunddesinfektion als Povidon-Jod-Komplex mit einem pH-Wert zwischen 2 und 7 zum Einsatz. Die mikrobizide Wirkung ist auf den Anteil des freien, nicht komplex gebundenen Jods zurückzuführen. Dieses wird in wässrigen Salben oder Lösungen aus dem Povidon-Iod-Komplex in einer Gleichgewichtsreaktion freigesetzt, wobei der Povidon-Iod-Komplex ein Iod-Depot darstellt, das eine konstante Konzentration des wirksamen freien Iods gewährleistet. Das freie Iod reagiert als starkes Oxidationsmittel auf molekularer Ebene vor allem mit ungesättigten Fettsäuren sowie mit leicht oxidierbaren SH-oder OH-Gruppen der Aminosäuren in Enzymen und Strukturproteinen der Mikroorganismen. Povidon-Iod besitzt ein breites Spektrum gegen grampositive und gramnegative Bakterien, Mykobakterien, Pilze, zahlreiche Viren und einige Protozoen.
Jod und Ocetenidin sollten nicht kombiniert auf benachbarten Hautarealen angewendet werden, da es in den Grenzbereichen zu starken braunen bis violetten Verfärbungen kommen kann.
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