Stärkerer Gewichtsverlust: Abnehmspritzen bei Frauen wirksamer?
Abnehmspritzen sind hierzulande inzwischen beinahe jedem ein Begriff. Etwa ein Drittel der Deutschen würde sie auch zur schnellen Gewichtsreduktion in Betracht ziehen. Wie effektiv entsprechende Arzneimittel sind, hängt auch von einem entscheidenden Faktor ab: Das Geschlecht hat demnach Einfluss auf den Gewichtsverlust unter Abnehmspritzen.
GLP-1-Analoga wie Semaglutid und Co. werden nach wie vor als „Abnehmwunder“ gehypt. Und auch wenn nicht alle Arzneimittel mit den Wirkstoffen zur Gewichtsreduktion zugelassen sind, kommen die Präparate in dieser Indikation auch off-label zum Einsatz. Denn fest steht: Die Inkretinmimetika lassen die Pfunde purzeln. Wie groß der Gewichtsverlsut unter Abnehmspritzen ausfällt, entscheidet jedoch das Geschlecht, wie Forschende nun herausgefunden haben. Frauen sind dabei im Vorteil.
Zur Erinnerung: GLP-1-Analoga wirken selektiv als GLP-1-Rezeptoragonisten – binden sie an den Rezeptor, wird dieser aktiviert. Dadurch wird einerseits der Blutzuckerspiegel glukoseabhängig durch Stimulation der Insulinsekretion und Senkung der Glucagonsekretion gesenkt. Andererseits kommt es zu einer Appetitreduktion und damit in der Regel zu einem Gewichtsverlust.
Abnehmspritzen: Geschlecht beeinflusst Gewichtsverlust
Von vorn. In einer Metaanalyse hat ein Team der Bloomberg School of Public Health in Baltimore (USA) untersucht, ob sich unter der Behandlung mit GLP-1-Rezeptoragnoisten wie Semaglutid, Dulaglutid, Liraglutid und Co. bei der Gewichtsreduktion Unterschiede ergeben, sowohl zwischen Frauen und Männern als auch nach Alter, Herkunft und weiteren Faktoren. Das Ergebnis: Das Geschlecht hat bei der Nutzung von Abnehmspritzen als einziges einen entscheidenden Einfluss auf den Gewichtsverlust.
So machten die Resultate aus sechs von insgesamt 64 berücksichtigten randomisierten Studien deutlich, dass Frauen signifikant mehr Gewicht verloren als Männer. Genau waren es bei weiblichen Teilnehmenden im Schnitt 11 Prozent, bei männlichen dagegen nur rund 7 Prozent. Demgegenüber blieben Alter, ethnische Herkunft, Ausgangs-Body-Mass-Index und Ausgangs-HbA1c ohne Unterschiede.
Woran es liegt, dass der Gewichtsverlust beim weiblichen Geschlecht höher ausfiel, ist nicht abschließend geklärt. Vermutet wird jedoch sowohl eine synergistische Wechselwirkung mit Östrogen, die bereits in weiteren Studien belegt wurde, als auch geschlechtsspezifische Unterschiede in der Bioverfügbarkeit von GLP-1-Agonisten. Hinzukommt, dass Frauen generell ein geringeres Körpergewicht aufweisen, was wiederum eine stärkere Wirksamkeit von GLP-1-Analoga erklären könnte.
„In dieser systematischen Übersichtsarbeit und Metaanalyse führten GLP-1-Rezeptoragonisten bei Frauen zu einem stärkeren Gewichtsverlust als bei Männern; ihre Wirksamkeit war jedoch in anderen wichtigen Subpopulationen konsistent. Diese Ergebnisse können die klinische Entscheidungsfindung beeinflussen“, fassen die Forschenden zusammen.
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