Schwangerschaft: Augenschäden durch Arzneimittel?
Dass während der Schwangerschaft bei der Einnahme von Arzneimitteln Vorsicht geboten ist, um eine Exposition des ungeborenen Babys zu vermeiden, ist bekannt. Unter einigen Wirkstoffen gilt dies ganz besonders. So könnten einige Arzneimittel in der Schwangerschaft zu Augenschäden bei Neugeborenen führen. Welche Wirkstoffe betroffen sind, erfährst du von uns.
Werdende Mütter müssen nicht nur die eigene Gesundheit im Blick behalten, sondern auch die ihres ungeborenen Kindes. Daher ist neben einer ausgewogenen Ernährung und einer ausreichenden Mineralstoffversorgung darauf zu achten, dass eingenommene Arzneimittel möglichst keinen Einfluss auf den Fötus haben, um gesundheitliche Beeinträchtigungen zu vermeiden.
Daher sind bestimmte Blutdrucksenker für Schwangere besser tabu und auch bei Schmerzmitteln heißt es wachsam sein und unter anderem auf Ibuprofen und andere NSAR ab der 20. Schwangerschaftswoche besser verzichten. Und selbst bei Arzneimitteln zur topischen Anwendung, beispielsweise mit Salicylsäure, gilt für Schwangere: Finger weg.
Nun haben Forschende einige Arzneimittel identifiziert, die zu Augenschäden beim Kind führen könnten, wenn sie während der Schwangerschaft eingenommen werden.
Augenschäden beim Kind: Arzneimittel in der Schwangerschaft als Auslöser?
Wie das Team der Universität Toulouse (Frankreich) in einer Studie deutlich macht, sind angeborene Augenanomalien eine der häufigsten Ursachen für Sehbehinderungen bei Kindern. Auslöser dafür können auch Arzneimittel sein, die Schwangere einnehmen. Das zeigt eine Analyse von insgesamt 676 Berichten mit okulären Befunden in der internationalen Pharmakovigilanz-Datenbank VigiBase.
Bei rund jedem vierten Fall handelte es sich um angeborene Anomalien der Augenlider, des Tränensystems oder der Augenhöhle, jeweils jeder achte Befund entfiel auf Anomalien der Vorderkammer oder der Linse. Dabei standen die Augenschäden oftmals in einem möglichen Zusammenhang mit Arzneimitteln, die in der Schwangerschaft eingesetzt wurden – allem voran Präparate aus den Bereichen Nervensystem, Immunmodulatoren und Antiinfektiva.
Höchstes Risiko unter Valproinsäure?
Am häufigsten kam es unter Valproinsäure zu Augenanomalien (24 Prozent). Das Antiepileptikum wird bei generalisierten Anfällen sowie fokalen und sekundär generalisierten Anfällen und zur Kombinationsbehandlung bei anderen Anfallsformen, wenn diese auf die übliche antiepileptische Behandlung nicht ansprechen, eingesetzt. Der Wirkstoff steht allerdings schon länger im Verdacht, zu Fehlbildungen bei Babys zu führen, weshalb sowohl für Frauen im gebärfähigen Alter als auch für Männer mit Kinderwunsch von einer Behandlung abgesehen werden sollte. Auch unter dem Antiemetikum Ondansetron (6 Prozent) und dem Antidepressivum Paroxetin (5 Prozent) wurden vergleichsweise häufig Fälle von Augenanomalien berichtet.
Dass tatsächlich ein kausaler Zusammenhang zwischen der Einnahme entsprechender Arzneimittel während der Schwangerschaft und späteren Augenschäden beim Kind besteht, muss jedoch noch durch weitere Studien belegt werden, appellieren die Forschenden. Die bisherigen Ergebnisse könnten dabei als Grundlage dienen.
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