Amoxi 1000: Farbunterschiede bei weiteren Chargen
Bereits im Mai informierte Sandoz/1 A Pharma in einem Informationsschreiben über mögliche Farbunterschiede bei Amoxi 1000 Filmtabletten (Amoxicillin). Demnach können auch innerhalb eines Blisters farbliche Abweichungen bei einzelnen Filmtabletten auftreten. Nun können weitere Chargen betroffen sein.
Sowohl bei der Farbe der Amoxi 1000 Filmtabletten als auch bei der Farbintensität können sich auch innerhalb eines Blisters potenziell leichte Abweichungen ergeben, hieß es bereits im Mai im Schreiben des Unternehmens. Grund dafür ist demnach die Befilmung der Tabletten.
Ursprünglich waren mehrere Chargen bei Packungen zu 20 und 30 Filmtabletten betroffen:
- Amoxi 1000 1 A Pharma, 20 Filmtabletten, Chargen PG2486, PG2494, PJ1549 und PH0162
- Amoxi 1000 1 A Pharma, 30 Filmtabletten, Charge PE6286
Nun könnte die Abweichung auch in anderen Chargen sowie bei 10er-Packungen auftreten. Potenziell betroffen sind demnach alle Chargen der Packungsgrößen zu 10, 20 und 30 Stück mit einem Verfall bis einschließlich Mai 2029.
Die Qualität des Präparates sei dadurch jedoch nicht beeinträchtigt, sondern es handele sich lediglich um Abweichungen rein kosmetischer Natur. Sicherheit und Wirksamkeit des Arzneimittels sind somit gewährleistet und die betroffenen Filmtabletten können im Rahmen der Therapie weiter eingenommen werden.
Amoxicillin gehört zu den Betalactamen und soll unter anderem bei Infektionen der oberen Atemwege oder des Hals-Nasen-Ohren-Bereichs Linderung verschaffen. Grund dafür ist eine Hemmung der Zellwandsynthese der Bakterien. Zu den Nebenwirkungen gehören Übelkeit, Erbrechen oder allergische Reaktionen.
Unsicherheit wegen Farbunterschieden bei Amoxi 1000
Der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheken (AMK) wurden bisher 38 Fälle zu Farbunterschieden bei Amoxi 1000 gemeldet. In einem Fall kam es dabei zu Durchfall und Unwohlsein nach der Einnahme einer verfärbten Tablette, in einem anderen Fall zu einer Verunsicherung bezüglich der Einnahme bei der betroffenen Patientin.
Apotheken werden gebeten, die Packungen vor der Abgabe zu prüfen und Patient:innen bei Verunsicherung entsprechend zu informieren. Herstellungsseitig seien bereits Maßnahmen zur Verbesserung getroffen worden, heißt es im Schreiben weiter. Betroffene Packungen können als Beanstandung zurückgemeldet werden. Dies ist unter anderem per Mail an [email protected] möglich.
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