Wechseljahre: Rhabarber gegen Hitzewallungen und Co.?
Die Wechseljahre betreffen früher oder später jede Frau. Mitunter sind diese mit Beschwerden wie Hitzewallungen verbunden. Dabei kommen verschiedene Präparate zur Linderung ins Spiel. Auch Rhabarber soll in den Wechseljahren positive Effekte haben.
Der Verlauf der Wechseljahre ist so individuell wie Frauen selbst. Das bedeutet: Jede Frau erlebt Intensität, Dauer und damit verbundene Begleiterscheinungen anders. Meist beginnt das Klimakterium ab dem 45. Lebensjahr und kann etwa bis zum 55. andauern.
Dabei kommt es zu einer Umstellung im Hormonhaushalt. Denn mit der Zeit werden immer weniger Progesteron und Östrogen gebildet. Die Folgen: Die Zyklen werden unregelmäßiger, der Eisprung bleibt aus und schließlich auch die Regel. Dies macht sich mitunter in Symptomen wie Stimmungsschwankungen, Hitzewallungen, Schlafstörungen und Co. bemerkbar.
Neben einer Hormonersatztherapie kommen auch Phytopharmaka zur Linderung der Beschwerden ins Spiel, darunter Traubensilberkerze mit ihren beruhigenden und regulierenden Eigenschaften. Außerdem stehen Präparate mit Rotklee und Soja-Isoflavone zur Verfügung. Bei letzteren ist jedoch Vorsicht geboten. Und auch der positive Effekt von Rhabarber in den Wechseljahren wurde in einer Metaanalyse bestätigt.
Übrigens: Menopause bedeutet nicht gleich Wechseljahre, sondern beschreibt lediglich die Phase des Ausbleibens der Periode.
Wechseljahre: Rhabarber lindert Beschwerden
Genau wurde die Wirkung von Rhapontik-Rhabarber – Rheus rhaponticum oder auch Sibirischer Rhabarber – in verschiedenen Studien untersucht und mit einem Placebo verglichen. In einer Metaanalyse haben Forschende aus Indien die Ergebnisse aus vier Untersuchungen mit insgesamt mehreren hundert Frauen herangezogen.
Das Ergebnis: Es zeigte sich, dass die Einnahme von Phytopharmaka mit einem Extrakt aus der Wurzel des Rhabarbers Beschwerden der Wechseljahre lindern konnte. Eingeschätzt wurde dies mithilfe der sogenannten Menopause Rating Scale (MRS), bei der auf einer Skala von null (= keine Beschwerden) bis vier (= starke Beschwerden) elf verschiedene Symptome berücksichtigt werden.Im Vergleich zu Placebo konnte Rhabarber dabei zu einer deutlichen Verbesserung führen und den Punktewert auf der Skala verringern. Denn die in den Wurzeln der Pflanze enthaltenen Phytoestrogene Rhaponticin und Desoxyrhaponticin sollen dazu beitragen, Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen und Co. zu lindern.
Doch wie die Forschenden anmerken, braucht es weitere klinische Studien, um die Wirksamkeit von Präparaten mit Rhabarber in den Wechseljahren genauer zu untersuchen und verlässliche Aussagen darüber treffen zu können.
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