Vitamin B12 als Gehirnschutz?
Vitamin B12 besitzt eine entscheidende Bedeutung für die Zellteilung, die Blutbildung und die Funktion des Nervensystems und dient im Körper als Coenzym. Umso wichtiger ist eine ausreichende Versorgung, insbesondere im Alter. Denn Vitamin B12 kann als Gehirnschutz dienen, zeigen Forschende.
Vitamin B12 wird im Dickdarm von Bakterien gebildet und in der Leber gespeichert. Die Bezeichnung steht für die Gruppe der Cobalamine – wasserlöslichen Verbindungen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt als Schätzwert für eine angemessene Vitamin B12-Zufuhr für Jugendliche und Erwachsene 4 µg/Tag. Ein erhöhtes Risiko für eine Unterversorgung besteht vor allem für Vegetarier:innen und Veganer:innen, da vor allem Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte sowie Eier und Milchprodukte als gute Vitamin B12-Lieferanten gelten.
Übrigens: Um die Vitamin B12-Versorgung zu beurteilen, werden neben dem Gesamt-Vitamin B12- und dem Holo-TC (Holo-Transcobalamin)-Gehalt im Serum beziehungsweise Blutplasma auch die Funktionsparameter Methylmalonsäure (MMA) und Homocystein herangezogen.
Ein B12-Mangel zeigt sich durch einen Anstieg an Homocystein, was auf Dauer zu einer Störung der Zellteilung und Blutarmut führen kann. Weitere Symptome sind Gedächtnisschwäche, Ermüdungserscheinungen, Aufmerksamkeitsdefizite und depressive Verstimmungen sowie neurologische Störungen. Kein Wunder, dass andersherum eine ausreichende Versorgung mit dem Vitamin positive Eigenschaften für die Gehirnfunktion haben kann. Genau könnte Vitamin B12 im Alter als Gehirnschutz dienen, wie Studienergebnisse nun zeigen.
Gehirnschutz: Vitamin B12 kann geistigen Abbau verlangsamen
Forschende der Universität Boston (USA) haben herausgefunden, dass Erwachsene ab 60 Jahren mit dauerhaft hohen Vitamin B12-Werten geistig langsamer abbauen als Gleichaltrige mit niedrigen Werten. Dafür wurden die Daten von rund 2.000 Personen über einen Zeitraum von rund 14 Jahren ausgewertet. Um die Vitamin B12-Versorgung zu bewerten, wurden die Spiegel an Cobalamin, MMA und Homocystein im Blut überprüft.
Außerdem wurden die Ergebnisse aus Gedächtnis-, Sprach- und Konzentrationstests herangezogen. Dabei wurde deutlich: Teilnehmende, die ausreichend mit Vitamin B12 versorgt waren, erzielten bessere Ergebnisse, insbesondere, wenn zugleich ihr Folat-Spiegel (Vitamin B9) im Blut erhöht war, da Vitamin B12 eng mit der Verstoffwechslung von Vitamin B9 zusammenhängt. Damit könnte eine gute Versorgung mit B-Vitaminen helfen, den geistigen Abbau zu verlangsamen oder zu reduzieren, schlussfolgern die Autor:innen. Vitamin B12 könnte somit als eine Art Gehirnschutz fungieren. Die genauen Hintergründe dafür wurden jedoch nicht untersucht. Vermutet werden jedoch ein Einfluss auf den Erhalt der Myelinschicht und der Regulation des Energiestoffwechsels im Gehirn sowie eine vorbeugende Wirkung vor schädlichen Gefäßveränderungen.
Die Forschenden appellieren daher, auf eine ausreichende Versorgung zu achten. Ob dafür auch eine Supplementierung notwendig ist und welcher genaue Zusammenhang besteht, muss jedoch noch weiter untersucht werden.
Das könnte dich auch interessieren
Mehr aus dieser Kategorie
L-Thyroxin: Lebensgefahr wegen Überdosis
Levothyroxin (L-Thyroxin) gehört hierzulande zu den am häufigsten verordneten Arzneimitteln. Doch unter der Behandlung drohen auch Neben- und Wechselwirkungen. Eine …
Depressionen: Neuer Wirkstoff zur schnell wirksamen Behandlung
Knapp 18 Millionen Menschen leiden hierzulande an einer psychischen Erkrankung, ein Großteil davon entfällt auf Depressionen. Behandelt wird neben einer …
Aus für Beriglobin: Vertrieb eingestellt
Beriglobin (Humanes normales Immunglobulin) zu 2 ml und 5 ml Injektionslösung in Fertigspritzen ist nicht verfügbar. Der Grund: CSL Behring …












