Steigende Energiekosten: Apotheken dürfen bei Entlastungen nicht leer ausgehen
Die Regierungschef:innen von Bund und Ländern haben weitere Maßnahmen beschlossen, um angesichts der steigenden Energiepreise für Entlastung zu sorgen. Dabei sollten jedoch auch Apotheken sollten nicht leer ausgehen, sondern von Entlastungen profitieren, fordert die Abda.
Der Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz sieht verschiedene Maßnahmen vor, um Bürger:innen, aber auch Unternehmen im Rahmen der Energiekrise finanziell zu entlasten. Dazu zählt unter anderem eine Strom- und Gaspreisbremse, die die Kosten deckeln soll. „Die Preisbremsen für Strom, Gas und Fernwärme werden so ausgestaltet, dass Anreize zum Energiesparen bestehen“, heißt es dazu im Beschlusspapier.
Da dies nicht in allen Bereichen möglich ist, soll es zudem eine sogenannte Härtefallregelung geben, die Krankenhäusern, Universitätskliniken und Pflegeeinrichtungen weitere finanzielle Unterstützung ermöglicht. Denn: „Auch wenn sie ebenfalls von der Gas- und Strompreisbremse profitieren, sind sie in besonders hohem Maße belastet und nicht immer und umfassend in der Lage, Energiekosten durch einen geringeren Verbrauch oder mehr Energieeffizienz schnell zu reduzieren.“ Dafür sollen insgesamt acht Milliarden Euro zur Verfügung stehen. Das Problem: Apotheken werden dabei ausgeklammert, kritisiert die Abda – und fordert auch für Apotheken Entlastungen.
Apotheken bei Entlastungen nicht außen vor lassen
„Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen sind im Acht-Milliarden-Euro-Entlastungspaket für das Gesundheitswesen enthalten. Das ist richtig so, aber Apotheken fehlen leider komplett in dieser Reihe“, betont Abda-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening. Dabei seien diese für die lokale Gesundheitsversorgung unerlässlich und müssten daher ebenso vor einer heranrollenden Energiekostenlawine geschützt werden.
Denn auch in Apotheken ist Energiesparen nicht ohne Weiteres möglich. „Die 18.000 Apotheken in Deutschland können aus Gründen der Versorgungsqualität kaum Gas und Strom sparen: Um Arzneimittel zu schützen, müssen Klimaanlagen und Kühlschränke laufen, Sicherheitsbeleuchtung und Messgeräte aktiv sein.“
Preisexplosion für Apotheken
Selbst wenn dabei Geräte mit hoher Energieeffizienz zum Einsatz kommen, seien die Kolleg:innen derzeit von regelrechten Preisexplosionen betroffen. Daher die klare Forderung: Auch Apotheken sollen von den Entlastungen profitieren. „Die Apotheken müssen dringend in die aktuellen Entlastungsmaßnahmen und Härtefallregelungen des Bundes aufgenommen werden“, so die Abda-Präsidentin weiter.
Denn Apotheken müssen sich beispielsweise bei der Lagerung und dem Transport von Arzneimitteln an strikte Temperaturvorgaben halten, um Wirkverluste zu vermeiden. „Für die meisten Arzneimittel gilt, dass sie bei Temperaturen unterhalb von 25 Grad Celsius gelagert werden müssen. Selbstverständlich sind sie auch vor zu tiefen Temperaturen zu schützen.“ Andere Medikamente müssten dagegen durchgehend zwischen acht und 2 Grad gekühlt werden, zum Beispiel Insuline oder Impfstoffe.
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