Pille und NSAR: (K)eine gute Kombi?
Über das Für und Wider der Pille wird immer wieder diskutiert. So wächst der Wunsch nach hormonfreien Methoden zur Empfängnisverhütung. Hinzu kommt ein erhöhtes Thromboserisiko unter einigen Präparaten. Und dieses steigert sich sogar noch, wenn die Pille mit nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) kombiniert wird.
Schmerzmittel gehören nicht nur hierzulande zu den am häufigsten genutzten Arzneimitteln. In Deutschland soll der Pro-Kopf-Umsatz in diesem Jahr bei knapp neun Euro liegen. Zum Einsatz kommen dabei vor allem NSAR. In Kombination mit der Pille ist unter NSAR jedoch Vorsicht geboten. Denn laut einer aktuellen Studie droht ein erhöhtes Thromboserisiko.
Die Studie
Die Pille zählt noch immer zu den beliebtesten Verhütungsmethoden. Doch unter einigen Präparaten, vor allem unter kombinierten hormonellen Kontrazeptiva (KHK), kann das Risiko einer VTE erhöht sein. Wie hoch das Risiko ausfällt, hängt dabei von den jeweiligen Inhaltsstoffen ab. Wird parallel zur Pille jedoch ein NSAR eingenommen, ist die Gefahr einer Thrombose zusätzlich erhöht. Das zeigen Ergebnisse einer Untersuchung von Forschenden der University of Copenhagen (Dänemark).
Dafür wurden mehr als zwei Millionen dänische Frauen im gebärfähigen Alter zwischen 15 und 49 Jahren beobachtet. Bei 8.710 von ihnen trat im Beobachtungszeitraum eine VTE auf. Unter denjenigen, die NSAR einnahmen, war das Risiko einer VTE erhöht. Um wie viel höher die Gefahr lag, richtete sich danach, ob zusätzlich noch ein hormonelles Verhütungsmittel eingenommen wurde und wenn ja welches.
Das Ergebnis: Kombi aus NSAR + Pille = erhöhtes VTE-Risiko
Insgesamt sei das Risiko, eine VTE zu entwickeln, laut den Forschenden gering. Dennoch zeigte sich: „Im Vergleich zu Frauen, die keine hormonellen Verhütungsmittel verwenden, war der Zusammenhang zwischen der Einnahme von NSAR und venösen Thromboembolien bei Frauen, die hormonelle Verhütungsmittel mit hohem Risiko verwenden, stärker ausgeprägt“, heißt es in der Studie.
Der Grund: Auch NSAR können das Thromboserisiko erhöhen, weil sie Cyclooxygenase (COX)-Enzyme hemmen und so die Thrombozytenaggregation steigern, was wiederum zur Aktivierung des Gerinnungssystems und damit zur Bildung einer VTE beitragen kann, so die Autor:innen. In Kombination mit entsprechenden Kontrazeptiva wie KHK, die ebenfalls ein erhöhtes Risiko aufweisen, steigert sich die Gefahr folglich noch weiter. Unter Diclofenac war der Zusammenhang dabei deutlicher als unter anderen NSAR wie Ibuprofen oder Naproxen.
„Frauen, die sowohl eine hormonelle Empfängnisverhütung als auch eine regelmäßige Einnahme von NSAR benötigen, sollten entsprechend beraten werden“, appellieren die Forschenden. Zugleich seien jedoch weitere Untersuchungen erforderlich, um zu klären, ob diese Ergebnisse tatsächlich eine Arzneimittelinteraktion darstellen.
Das könnte dich auch interessieren
Mehr aus dieser Kategorie
Ramipril-Rückruf: 36 Chargen betroffen
089Pharm hatte bereits im Dezember Ramipril zu 5 mg in verschiedenen Packungsgrößen in zwei Chargen zurückgerufen. Als Grund wurden Abweichungen …
Salbutamol-Engpass: Cortison-Basistherapie reduziert Anfälle und Bedarf
Für Salbutamol in pulmonaler Darreichungsform besteht weiterhin ein Versorgungsmangel. Importe sichern hierzulande den Bedarf und einige Gestattungen wurden bereits bis …
HRT und Demenz: (K)ein Zusammenhang?
Der Einsatz einer Hormonersatztherapie (HRT) zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden wird immer wieder diskutiert – vor allem aufgrund möglicher Nebenwirkungen. Ob …











