Öko-Test kann Teufelskralle nicht mehr empfehlen
Präparate mit Auszügen der Teufelskralle werden bei schmerzhaften Gelenkerkrankungen wie Arthrose angewendet. Öko-Test rät jedoch von den Produkten ab, weil die Wirksamkeit nicht gut genug belegt ist. 2011 wurde noch in zwei Fällen das Testurteil „gut“ vergeben.
Öko-Test hat neun rezeptfreie pflanzliche Schmerzmittel zum Einnehmen aus der Apotheke untersucht. Acht Präparate enthalten einen Extrakt aus Teufelskrallenwurzel. Die Tabletten werden unter anderem von Ardeypharm, Aristo, Krewel Meuselbach, Dr. Loges, Mylan Dura, Salus oder Ratiopharm. Das neunte Produkt im Test ist mit Phytodolor (Bayer) eine Tinktur mit Eschenrinde, echter Goldrute und Zitterpappel.
Vor etwa drei Jahren hatte die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) Teufelskralle-haltige Präparate neu bewertet. Die Experten kamen zu dem Schluss, dass ihre Wirksamkeit aufgrund der langjährigen traditionellen Anwendung plausibel sei, aber jedoch nicht ausreichend belegt. Die wissenschaftlichen Studien seien nicht aussagekräftig genug.
Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, wissenschaftlicher Berater von Öko-Test vom Institut für Pharmazeutische Chemie der Goethe-Universität Frankfurt, übt ebenfalls Kritik an den Produkten. „Die acht Teufelskralle-Präparate im Test seien auf Basis des aktuellen Wissensstands nicht mehr zu empfehlen“, ist zu lesen. Zwar gäbe es für einige Produkte Hinweise auf eine Wirksamkeit, aber eben nur Hinweise und keine zweifelsfreien Belege. Die acht Teufelskralle-haltigen Produkte werden alle mit dem Gesamturteil „ausreichend“ bewertet.
Besser fällt das Urteil für Phytodolor aus. Die Tinktur schneidet mit dem Gesamtergebnis „gut“ ab. Aufgrund der aktuellen gesichteten produktspezifischen Studien ist die Tinktur „mit Einschränkungen empfehlenswert“. Eine uneingeschränkte Empfehlung könne erst ausgesprochen werden, wenn weitere kontrollierte klinische Studien folgen würden.
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