Nutzen von Vitamin D: Welche Rolle spielt das Körpergewicht?
Über das Für und Wider einer Vitamin D-Supplementierung wird immer wieder diskutiert. Denn liegt kein Mangel vor, kann es sogar zu Überdosierungen kommen. Ob und wie viel Vitamin D genutzt werden kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Einer davon ist offenbar auch das Körpergewicht.
Der Reihe nach. Das Sonnenvitamin gehört zu den Vitaminen, die vom Körper selbst gebildet werden können. Die Vitamin D-Produktion wird sowohl über die Haut – in Form von Sonneneinstrahlung – angeregt als auch über die Nahrung durch den Verzehr bestimmter Lebensmittel. Zu einer zusätzlichen Aufnahme raten Expert:innen nur, wenn ein Mangel nachgewiesen wurde und Ernährung sowie Sonnenbestrahlung das Defizit nicht ausgleichen können. So weit, so bekannt.
Muss Vitamin D supplementiert werden, ist jedoch das Körpergewicht entscheidend. Demnach kann der Body Mass Index (BMI) beeinflussen, wie beziehungsweise wie viel des zugeführten Sonnenvitamins genutzt werden kann.
Übrigens: Liegt der Vitamin D-Wert unter 20 ng/ml, spricht man von einem Mangel – das Risiko für Erkrankungen wie Rachitis, Osteomalzie oder Osteoporose steigt. Unterhalb von 30 ng/ml ist von einer nicht mehr optimalen Versorgung die Rede.
Vitamin D-Supplementierung: Nutzen bei hohem Körpergewicht eingeschränkt
Vitamin D werden zahlreiche gesundheitsfördernde Effekte zugesprochen, darunter ein verringertes Osteoporose-Risiko. Diskutiert wird auch eine positive Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System, Typ-2-Diabetes und Krebserkrankungen. Voraussetzung dafür ist jedoch ein BMI von unter 25. Denn ein hohes Körpergewicht kann die Nutzung von Vitamin D einschränken, zeigen Daten aus einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten, klinischen VITAL-Studie.
Demnach laufe der Vitamin D-Stoffwechsel bei Personen mit höheren BMI-Werten offenbar anders ab als bei Normalgewichtigen, heißt es von Forschenden des Brigham and Women’s Hospitals, die knapp 20.000 Patientendaten untersucht haben. So konnten durch die Supplementierung zwar unabhängig vom Körpergewicht die meisten Biomarker, die mit dem Vitamin D-Stoffwechsel in Verbindung stehen, erhöht werden. Bei Teilnehmenden mit hohem BMI jedoch geringfügiger.
Der Grund: Vitamin D ist fettlöslich und verteilt sich gleichmäßig im Körperfett. Je höher dieses liegt, desto mehr Vitamin D lagert sich im Fettgewebe ab und weniger gelangt ins Blut. Die Folge: Der verfügbare Vitamin D-Spiegel im Blut fällt geringer aus. Ein hohes Körpergewicht hat demnach Einfluss auf die Nutzung von Vitamin D im Körper.
Mehr aus dieser Kategorie
NEM für Kinder: Kein Beitrag zur gesunden Ernährung
Die Stiftung Warentest warnt vor Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) für Kinder. Von 18 getesteten Produkten habe nur ein einziges keine Mängel aufgewiesen, …
Sleepmaxxing: Warnung vor TikTok-Hype zur Schlafoptimierung
Bildschirmzeit reduzieren, Routinen entwickeln und Co. – Neben bewährten Ratschlägen kursieren unter dem Trend Sleepmaxxing zahlreiche, oft skurrile TikTok-Tipps für …
NEM statt Metformin: Betrugsmasche bei Diabetiker:innen
Dass bei Patient:innen mit Diabetes eine korrekt eingestellte Medikation entscheidend ist, ist bekannt. Doch genau diese gerät durch eine aktuelle …